Anästhesist soll Sauerstoffmangel nicht bemerkt haben.

Halle. Nach dem Tod eines Zweijährigen sitzt seit Dienstag ein Narkosearzt auf der Anklagebank am Landgericht Halle. Der Junge war im Januar 2009 zwei Tage nach einer Vollnarkose während einer Zahnbehandlung in Zeitz gestorben.

Der Anästhesist soll ein Gerät verwendet haben, das nicht für ein Kleinkind geeignet war. Dadurch soll er die mangelnde Sauerstoffversorgung des Jungen nicht rechtzeitig bemerkt haben.

Vollnarkose für ein Kleinkind: "Mit Kanonen auf Spatzen geschossen."

Der Vertreter der Eltern, die in dem Prozess als Nebenkläger auftreten, warf dem Arzt massives Fehlverhalten vor. "Es ist mit Kanonen auf Spatzen geschossen, wenn Sie bei einem Kleinkind mit leichtem Zahnschaden Vollnarkose geben", sagte Rechtsanwalt Frank Teipel.

"Der 53-jährige Arzt bedauert den Tod zutiefst. Es ist ihm bewusst, dass das Leid der Eltern unermesslich ist", hieß es in einer Erklärung, die der Anwalt des Mannes verlas. Bei einer Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge drohen ihm bis zu 15 Jahren Gefängnis.

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