Krümelmonster hat Wort gehalten und Werner Bahlsens Goldstück wieder herausgerückt. Polizei ermittelt – Erpressung bleibt Erpressung.

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Ein Kriminaltechniker und ein Feuerwehrmann holten am Dienstag den goldenen Keks vom hohen Ross.

Ein Kriminaltechniker und ein Feuerwehrmann holten am Dienstag den goldenen Keks vom hohen Ross.

dpa

Ein Kriminaltechniker und ein Feuerwehrmann holten am Dienstag den goldenen Keks vom hohen Ross.

Hannover. Richtig böse kann Firmenchef Werner M. Bahlsen dem „Krümelmonster“ wohl kaum sein: Der unbekannte Dieb hat sein Flehen erhört und den vom Gebäckhersteller schmerzlich vermissten goldenen Keks wieder auftauchen lassen. Für die Rückgabe des Wahrzeichens wählte der Entführer einen repräsentativen Ort: Der gut 20 Kilogramm schwere goldene Keks hing am Dienstagmorgen um den Hals des Pferdedenkmals vor der Leibniz Universität Hannover – verziert mit einer roten Schleife.

Ein Kriminaltechniker und ein Feuerwehrmann holten den Keks per Feuerleiter vom Sachsenross herunter. Dabei trug der Polizist Gummihandschuhe und einen Mundschutz. Spezialisten untersuchten danach, ob es sich bei dem Fundstück tatsächlich um das 100 Jahre alte Kunstwerk handelt, das im Januar von der Fassade des Unternehmenssitzes gestohlen wurde. „Augenscheinlich ist es dieser Keks“, sagte Polizeisprecher Holger Hilgenberg.

Damit ist der Keks-Krimi aber noch nicht beendet. Völlig unklar ist, wer hinter der Entführung des Firmen-Symbols und den zwei Bekennerschreiben des angeblichen Krümelmonsters steckt. Spekulationen, dass Bahlsen den Keks-Klau als Marketing-Gag selbst eingefädelt habe, wies der Firmenchef stets zurück. Auch internationale Medien berichteten über den Fall. So oder so: Bahlsen wird nichts dagegen gehabt haben.

„Bei allem Charmanten, was diese Geschichte auch hat, es handelt sich um eine Straftat – die würde ich unseren Studenten natürlich nicht zutrauen.“

Mechtild Freiin von Münchhausen, Sprecherin Universität Hannover

Mittlerweile sieht die ganze Sache eher wie ein Ulk von Studenten aus. „Bei allem Charmanten, was diese Geschichte auch hat, es handelt sich um eine Straftat – die würde ich unseren Studenten natürlich nicht zutrauen“, sagte Uni-Sprecherin Mechtild Freiin von Münchhausen.

Etwas ungelenk formulierte der Entführer am Montag: „Weil der Werni den Keks so lieb hat wie ich und der jetzt immer weint und den Keks ganz dolle vermisst, geb ich den zurück!!!“ Wie im ersten Brief war der Text aus Zeitungs-Schlagzeilen zusammengeschnipselt.

Im Internet wird heftig über den Dieb mit einem Herz für Kinder diskutiert, durchaus mit Sympathien für dessen Robin-Hood-Attitüde.

Wann der goldene Keks wieder an seinen angestammten Platz an der Fassade der Unternehmenszentrale zurückkehrt, ist offen. Über die Freigabe müsse die Staatsanwaltschaft entscheiden, sagte Polizeisprecher Hilgenberg. Die Akten werden noch nicht geschlossen. „Wir ermitteln weiterhin wegen des Verdachts der versuchten Erpressung“, betonte der Sprecher.

Zwischen dem 4. und 21. Januar war der Keks vom Unternehmenssitz abgeschraubt worden. Vor gut einer Woche meldete sich dann das „Krümelmonster“ in einem Erpresserbrief und verlangte Kekse für kranke Kinder und 1000 Euro für ein Tierheim. Firmenboss Werner M. Bahlsen zeigte erst klare Kante („Wir lassen uns nicht erpressen!“) und sich am Dienstag erleichtert: „Ich hoffe, dass dies wirklich unser Keks ist und wir ihn bald wieder anbringen können.“

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