Düsseldorf (dpa) - Nach dem Ausbruch der Schweinegrippe in Nordrhein-Westfalen sind am Freitag zunächst keine weiteren Fälle bekanntgeworden. Die an der Schweinegrippe erkrankte Düsseldorfer Familie hatte im kritischen Zeitraum mit rund 260 Menschen Kontakt, sagte ein Sprecher der Stadt Düsseldorf.

Neben den rund 200 Menschen im Flugzeug, mit dem das Ehepaar aus New York nach Düsseldorf geflogen war, gelte dies auch für maximal 20 Arbeitskollegen, 34 Kinder sowie sechs Angestellte einer Kindertagesstätte.

Die 34 Kinder sollen bei Symptomfreiheit bis zum 2. Juni zu Hause bleiben und größere Menschengruppen meiden. Die Kita wurde desinfiziert. Alle Menschen, die Kontakt mit den Erkrankten hatten, sollten informiert werden. Im Flugzeug seien auch größere Gruppen von Reisenden aus den Niederlanden und Österreich gewesen.

Für sie besteht allerdings nur geringe Ansteckungsgefahr, da ein Erkrankter die Schweinegrippe frühestens etwa einen Tag vor dem Auftreten der Symptome weiterverbreiten kann. Die Eltern waren am Freitag gelandet, die Symptome traten am Montag auf.

Dabei erwies sich als glücklich, dass die Eltern Büroberufe ohne Kundenkontakt ausüben und in der Kindertagesstätte des betroffenen Mädchens wegen eines Streiks deutlich weniger Kinder waren als üblich. Ob es den Behörden gelungen ist, die Schweinegrippe in NRW einzudämmen, werden die nächsten Tage erweisen: Von der Ansteckung bis zum Ausbruch dauert es durchschnittlich eine Woche.

Zunächst war die Krankheit bei der 43-jährigen Mutter, am Donnerstag auch beim Vater (40) und seinem 6-jährigen Kind festgestellt worden. Eine weitere 4-jährige Tochter des Paares blieb gesund. Die Tests wurden von der Düsseldorfer Uni-Klinik gemeinsam mit dem Berliner Robert-Koch-Institut durchgeführt.

Die Frau war mit ihrem Mann vor einer Woche (15. Mai) aus New York nach Düsseldorf zurückgekommen und habe bei ihrer Ankunft keine Krankheitssymptome aufgewiesen. Die beiden Kinder waren in Düsseldorf geblieben.

Die Patienten hätten das Schlimmste bereits überstanden. Es bestehe kein Grund zur Panik, die Grippe mit dem Erreger A/H1N1 sei medikamentös sehr gut behandelbar. Die Zahl der Schweinegrippe-Fälle ist nach EU-Angaben weltweit über 10 000 geklettert, davon knapp 280 in Europa. Der Krankheitsverlauf wird bei dem Virus als zumeist milde und überschaubar eingestuft.

Unterdessen sind rund 60 Soldaten einer Militärakademie nahe Madrid sind unter Quarantäne gestellt worden, weil elf ihrer Kameraden sich mit der Schweinegrippe angesteckt haben. Neun von ihnen seien mit hohem Fieber in ein Militärkrankenhaus gebracht worden, teilte die spanische Regierung am Freitag mit.

Ihr Zustand sei aber nicht ernst. Die Untersuchungen hätten bestätigt, dass sich die Soldaten mit dem neuen Virus A/H1N1 infiziert haben. Wie es zu der Ansteckung kommen konnte, ist noch unbekannt. In Spanien sind bislang 118 Menschen an der Schweinegrippe erkrankt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldete am Freitagmorgen 11 168 registrierte Infektionen in 42 Ländern. 86 Menschen starben demnach bisher an der Schweinegrippe. Die Philippinen registrierten ihren ersten Fall von Schweinegrippe. Zwei Gymnasien in Rom wurden für eine Woche geschlossen, nachdem vier Schüler dort an der Schweinegrippe erkrankt sind. Die Fälle in Europa verliefen bisher eher milde, Todesopfer gab es nicht.

In Deutschland stieg die Zahl registrierter Fälle mit den dreien aus Düsseldorf auf 17. Neben den 3 neuen in Nordrhein-Westfalen wurden nach RKI-Angaben Infektionen in Bayern (7), Sachsen-Anhalt (4), Brandenburg (2) und Hamburg (1) registriert.

Knapp einen Monat nach dem Ausbruch der Schweinegrippe hob Mexiko- Stadt den Gesundheitsalarm am Donnerstag wieder auf. Das habe ein Expertengremium aus Wissenschaftlern geraten, sagte Bürgermeister Marcelo Ebrard. "Das bedeutet, dass wir ab heute wieder hundertprozentig zur Normalität zurückkehren", sagte der Bürgermeister.

Auch das Auswärtige Amt rät wegen der Schweinegrippe nicht mehr ausdrücklich vom Besuch Mexikos ab. Bisher hat die WHO 3892 Fälle der neuen Grippe in Mexiko registriert, 75 Menschen starben.

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