Genf. Im Jahr 2008 starben durchschnittlich mehr Menschen durch Katastrophen, und es traten mehr Sachschäden auf als in den sieben Vorjahren. Das teilte das Sekretariat für Internationale Strategie zur Reduzierung von Katastrophen (ISDR) am Donnerstag in Genf mit.

So lag die Todeszahl mit 235 816 Menschen 2008 dreimal so hoch wie der Durchschnitt in den Jahren 2000 bis 2007 mit 66 812. Rund 211 Millionen Menschen waren direkt von 321 Katastrophen betroffen. Die Kosten lagen bei 181 Milliarden Dollar (138 Milliarden Euro).

Im Vorjahr starben 16 871 Menschen bei 416 Katastrophen, von denen ebenfalls 211 Millionen Menschen betroffen waren. Der Schaden lag bei 75 Milliarden Dollar (57 Milliarden Euro).

Die Zahl der Ereignisse lag mit 321 unter dem jährlichen Durchschnitt von 398. Asien war der am meisten betroffene Kontinent. Neun von zehn der größten Katastrophen, wie etwa der Zyklon Nargis mit 138 000 in Myanmar, ereigneten sich dort.

Die unterschiedlichen Auswirkungen der Katastrophen sind teilweise erklärbar. "Obwohl es 2008 weniger Katastrophen gab, scheinen die Ereignisse nun größere Auswirkungen auf menschliche Ansiedlungen zu haben", die zudem von wachsendem Wohlstand geprägt seien, sagte der Katastrophenexperte Debarati Gruha-Sapir.

Dies gelte besonders für Länder wie China, wo es die größten Schäden im vergangenen Jahr gab. Wenn jedoch etwa in China Schulen und Krankenhäuser anders gebaut wären, zum Beispiel erdbebensicherer, hätten die Schäden geringer ausfallen können, heißt es in dem Bericht.

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