Fahne hoch
Die Mecklenburgfahne weht in der Nähe von Dömitz auf einem im Hochwasser der Elbe stehenden Bootsschuppen.

Die Mecklenburgfahne weht in der Nähe von Dömitz auf einem im Hochwasser der Elbe stehenden Bootsschuppen.

dpa

Die Mecklenburgfahne weht in der Nähe von Dömitz auf einem im Hochwasser der Elbe stehenden Bootsschuppen.

Berlin (dpa) - Warten auf die Welle: Das Elbe-Hochwasser steigt und steigt. Es könnte knapp unter dem Flut-Rekord von 2006 bleiben. Dennoch gilt vielerorts der Katastrophenalarm, zum Beispiel im Landkreis Lüneburg.

«Wir erwarten aber, dass die Deiche halten», sagte Kreissprecherin Katrin Peters am Donnerstag. Nur zwei provisorische Sanddeiche schützen rund 60 bedrohte Häuser im Ortsteil Alt Garge in Bleckede. Mit Plastikplanen will der Ort im Landkreis Lüneburg seine Schützwälle vor dem Aufweichen bewahren.

Auch in der alten Schifferstadt Lauenburg in Schleswig-Holstein stieg das Elbe-Hochwasser. Zum Wochenende werde mit einem Pegelstand von neun Metern gerechnet, sagte Bürgermeister Harald Heuer (CDU). Vor fünf Jahren hatte die Flut dort einen Höchststand von 9,12 Metern erreicht. Beim sogenannten Jahrhunderthochwasser im Sommer 2002 lag die Höchstmarke bei 8,70 Metern. «Auch wenn die ganz große Flut nun wohl doch nicht kommen wird, bedeutet das noch lange keine Entwarnung», sagte Heuer. Die Stadt werde mit den angekündigten neun Metern fertig werden. «Wir haben genügend Sandsäcke und Pumpen.»

Alarmbereitschaft auch in Brandenburg: Im Landkreis Prignitz wurde die höchste Warnstufe ausgerufen - Katastrophenalarm und Evakuierungen blieben den Anwohnern aber erspart. Der Pegelstand der Elbe in Wittenberge überschritt die Marke von 7,00 Metern. Seit Mittwoch seien Deichläufer auf den Dämmen unterwegs, um Sickerstellen zu kontrollieren. «Es gibt aber zurzeit keine nennenswerten Schadstellen», sagte ein Sprecher des Lagezentrums. Dennoch seien Sandsäcke gefüllt und Folien bestellt worden. Die Elbdeiche sind in Brandenburg für eine Wasserhöhe von 7,45 Meter ausgelegt.

Auch die Lage in Sachsen-Anhalt bleibt angespannt. An fast allen Pegeln entlang der Elbe galt dort die höchste Alarmstufe 4. Der höchste Punkt der Hochwasserwelle habe Magdeburg passiert, sagte ein Sprecher des Landesbetriebs für Hochwasserschutz. Dort stand der Fluss am Donnerstag bei über 6,20 Meter, Tendenz fallend. Katastrophenalarm bestand weiter an der Schwarzen Elster in Löben und in Calbe. In Halle sollte die Warnstufe noch am Donnerstag von der höchsten auf die zweithöchste gesenkt werden, hieß es.

Im niedersächsischen Verden hatte das Hochwasser rund 260 Menschen unfreiwillig zu Insulanern gemacht. Tagelang waren die Bewohner des Ortsteils Eissel abgeschnitten, weil die beiden Zufahrtsstraßen überschwemmt waren. Damit die Kinder weiterhin zur Schule und die Erwachsenen zur Arbeit kommen, hatte die Feuerwehr einen Fährdienst eingerichtet. Einmal in der Stunde brachte sie die Bürger mit dem Boot ans andere Ufer. Am Donnerstag konnte die Feuerwehr den Shuttle- Service dann einstellen.

Bei drohenden schweren Schäden - etwa durch Naturereignisse wie Hochwasser - kann Katastrophenalarm ausgelöst werden. Oft ist das vor allem ein bürokratischer Vorgang. Der Katastrophenalarm erlaubt unter anderem, die Bundeswehr für einen Einsatz im Inland anzufordern. Im Notfall haben die Behörden das Recht, Gebiete abzusperren und zu räumen, Anwohner als Helfer zu verpflichten, fremde Gebäude zu nutzen oder Autos in Anspruch zu nehmen.

Die Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach stimmte zuversichtlich. Zwar wird in den kommenden Tagen je nach Temperatur Regen oder Schnee erwartet. Viel soll es aber nicht werden. An den Flüssen kann sich die Lage also weiter entspannen. «Die Pegelstände, werden weiter zurückgehen», sagte ein Meteorologe.

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