In der Ukraine sterben 131 Menschen bei Temperaturen von minus 30 Grad. Selbst auf den Balearen hat der Winter mit voller Wucht zugeschlagen.

Mallorca einmal anders: Die Palmen am Hafen der Hauptstadt Palma sind schneebedeckt.
Mallorca einmal anders: Die Palmen am Hafen der Hauptstadt Palma sind schneebedeckt.

Mallorca einmal anders: Die Palmen am Hafen der Hauptstadt Palma sind schneebedeckt.

Die U-Bahnschilder in London sind mit einer dicken Schneeschicht überzogen. In Heathrow stockt der Luftverkehr.

Nicolai (l.) und sein Bruder Jacob spielen in Hamburg am Elbstrand von Övelgönne im Eis. Der Fluss ist zugefroren.

dpa/Reuters (2), Bild 1 von 3

Mallorca einmal anders: Die Palmen am Hafen der Hauptstadt Palma sind schneebedeckt.

Düsseldorf. Schneebedeckte Strände und Palmen, die berühmte Kathedrale in der Inselhauptstadt Palma de Mallorca wie mit Zuckerguss überzogen: Die Urlaubsinsel Mallorca erlebte am Wochenende den heftigsten Schneefall seit mehr als 50 Jahren. „Mallorca, ein Wintermärchen“, titelte eine Inselzeitung. In den Bergen fielen bis zu 30 Zentimeter Schnee. „Man kommt sich vor wie in einem Wintersportort“, kommentierte begeistert eine Mallorca-Bewohnerin.

Mallorquiner frieren in ihren schlecht isolierten Häusern ohne Heizung

Doch nicht alle Insulaner jubelten. Das normalerweise auch im Winter milde Ferienparadies ist auf diesen Kälte- und Schnee-Einbruch nicht vorbereitet. Viele Mallorquiner frieren in ihren Häusern, die schlecht isoliert sind und nicht durchweg ausreichend Heizgeräte haben. In den Bergregionen Mallorcas, wo die Straßen vielerorts nur noch mit Schneeketten befahrbar waren, wurden mancherorts minus 12 Grad gemessen.

Schnee sorgt für Verkehrschaos und Hamsterkäufe in Italien

Im Vergleich zum Osten von Europa hat es die Balearen jedoch noch milde getroffen. Allein in der Ukraine starben 131 Menschen bei Temperaturen von minus 30 Grad. Auch Polen und Rumänien traf das akutelle Hochdruckgebiet, es gab viele Tote.

Eis und Schnee behinderten vielerorts in Europa den Verkehr. In Rom kam es zu chaotischen Zuständen. Zahlreiche Italiener tätigten Hamsterkäufe. Hunderte Passagiere saßen den zweiten Tag in Folge stundenlang in Zügen fest. In Algerien starben 16 Menschen, davon die meisten bei Verkehrunfällen auf verschneiten Straßen. Fünf Tote gab es als Folge von Erstickungen in Wohnungen mit Gasheizung.

Die Kälte lähmt hierzulande den Schiffsverkehr. Bei zweistelligen Minustemperaturen hat sich so viel Eis auf der Elbe gebildet, dass von Magdeburg in Richtung Norden keine Schiffe mehr fahren können, wie die Wasserschutzpolizei am Sonntag mitteilte.

Ein italienisches Fährschiff hat in der Nacht zum Samstag in Civitavecchia während eines Schneesturms einen Hafendamm gerammt und ist dabei schwer beschädigt worden. Die „Sharden“ mit mehr als 300 Passagieren und Besatzung an Bord wurde evakuiert. Alle seien in Sicherheit. Nach dem Vorfall geriet die verantwortliche Reederei Tirrenia bei Passagieren in die Kritik.

Die Küstenwache ermittelt, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Civitavecchia liegt nordwestlich der Hauptstadt Rom

Europas größter Flughafen London-Heathrow strich am Sonntag rund 380 Flüge und damit ein Drittel aller Starts und Landungen. In Frankreich wurde auf dem Flughafen von Toulouse der Verkehr wegen starken Schneefalls zeitweise eingestellt.

Sogar in Nordafrika fiel in höheren Lagen der algerischen Hauptstadt Algier in der Nacht zum Samstag erstmals seit Jahren wieder richtig Schnee. Zahlreiche Kinder, die noch nie weiße Flocken gesehen hatten, stürzten sich nach Augenzeugenberichten begeistert nach draußen.

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