Vater musste den tragischen Tod seines Sohnes miterleben.

wza_1500x1097_579506.jpeg
Der junge Angeklagte im Düsseldorfer Schwurgerichtssaal.

Der junge Angeklagte im Düsseldorfer Schwurgerichtssaal.

cs

Der junge Angeklagte im Düsseldorfer Schwurgerichtssaal.

Düsseldorf. Was ist schlimmer für einen Vater, als dass er den Tod seines Sohnes miterleben muss? Am 7. August 2008 hatte sich auf der Reichswaldallee in Düsseldorf-Oberrath ein tragischer Unfall ereignet, der nicht nur die Familie, sondern den gesamten Stadtteil erschütterte: Der 18-jährige Marc S. war wenige Meter von seinem Elternhaus entfernt bei einem Frontalzusammenstoß aus einem Porsche geschleudert worden und noch am Unfallort vor den Augen seines Vaters gestorben.

Der Fahrer des Porsche 911 Turbo ist inzwischen 19 Jahre alt und musste sich am Freitag wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung vor dem Amtsgericht verantworten.

Er wollte doch nur Papas 480-PS-Porsche ausprobieren

Der 19-Jährige, der erst vier Monate vor dem Unfall seinen Führerschein gemacht hatte und einen 85-PS-Twingo fuhr, sagte: "Ich bin immer zügig gefahren, hatte Spaß daran und habe Freunde als Hobby herumgefahren." Dabei legte er schonmal einen Handbremsen-Drift auf dem Burgplatz ein. Mit Marc S. war er seit Jahren befreundet.

Die jungen Männer einte die Faszination für schnelle Autos. Denn als sein Vater im Urlaub war, fand der 19-Jährige den Schlüssel zum 480-PS-Porsche-Cabrio des Vaters. Obwohl es ihm streng verboten war, plante er eine Spritztour mit Marc. "Ich wollte wissen, wie das so ist im Porsche", sagte der 19-Jährige, der während seiner Aussage oft weinte.

Wie es weiterging, konnte Marcs Vater (54) vom Fenster aus beobachten: "Wir hatten uns noch kurz umarmt. Als er ins Auto stieg, heulte der Motor auf, und der Porsche schoss davon. Wenige Sekunden später knallte es. Auf nasser Straße hatte der 19-Jährige die Kontrolle über den Sportwagen verloren und war mit 90km/ h in einen entgegenkommenden Mercedes geschleudert.

In Shorts und T-Shirt rannte der Vater auf die Straße. Während er sachlich und gefasst das Schreckliche erzählt, kämpfen viele der 50 Zuschauer im Gericht mit den Tränen: "Mein Sohn lag neben dem zerknautschten Unfallwagen. Es sah aus, als schlafe er. Ich kniete mich neben ihn und legte meine Hand auf seine Brust. Ich fühlte sein Herz schlagen. Dann schlug es nicht mehr." Der Mercedesfahrer hatte den Zusammenstoß schwer verletzt überlebt.

Die Richterin verurteilte den 19-Jährigen zu 18 Monaten Jugendstrafe mit Bewährung, fünf Jahren Führerscheinsperre und 300Arbeitsstunden. Sie sagte: "Der Angeklagte hat sich hemmungslos seiner Autobegeisterung hingegeben - mit einem Grad der Fahrlässigkeit, der an Vorsatz grenzt."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer