Eine große Gruppe irischer Wanderarbeiter zieht derzeit mit ihren Campingwagen durch NRW. Viele Städte und Kommunen sind von den Gästen nicht begeistert und erteilen Platzverweise. Dabei sind die Reisen der Traveller kein neues Phänomen.

Polizisten beobachten in Düsseldorf die Abfahrt der irischen Wanderarbeiter.
Polizisten beobachten in Düsseldorf die Abfahrt der irischen Wanderarbeiter.

Polizisten beobachten in Düsseldorf die Abfahrt der irischen Wanderarbeiter.

Gerhard Berger

Polizisten beobachten in Düsseldorf die Abfahrt der irischen Wanderarbeiter.

Düsseldorf. Die Aufregung war groß, als am Montagabend rund 500 irische Wanderarbeiter mit etwa 150 Wohnwagen auf den Düsseldorfer Rheinweisen auftauchten. Die Landfahrer hielten sich zuvor in Kevelaer auf und zogen dann über Neuss in die NRW-Landeshauptstadt. Die Düsseldorfer Stadtverwaltung war über das illegale Campinglager wenig erfreut und stellte den Landarbeitern ein Ultimatum, den Platz am folgenden Nachmittag zu räumen. 

Nach Düsseldorf richtete sich Karawane auf dem Kirmesplatz in Düren ein. Anwohnerbeschwerden und ein Platzverbot der Stadtverwaltung sorgten aber für eine schnelle Weiterreise am nächsten Tag. Nach einer kurzen Station in Brühl schlugen rund 120 Iren am Mittwochabend auf einem Parkplatz in Hürth ihr Lager auf. Auch hier gab es einen Verweis. Kurz bevor die Polizei eine Räumung durchsetzen konnte, verließen die Traveller am Donnerstagnachmittag den Platz und zogen weiter, wohin ist offen. Laut dem General Anzeiger könnten Kevelaer oder Oberhausen das nächste Ziel der Gruppe sein.

Absperrungen und Schranken gegen illegales Camping 

Vielen Städten sind die irischen Wanderarbeiter ein Dorn im Auge - nicht nur in NRW. Laut der Hessenschau wollen die Städte Kostheim und Ginsheim-Gustavsberg die Campinglager durch Absperrungen und Schranken verhindern. Im vergangenen Jahr sorgte eine große Gruppe Iren für mächtig Ärger an der Mainspitze. Laut dem Rüsselsheimer Echo gab es Anwohnerbeschwerden wegen Lärm, Müll und Zechprellerei. Am Ende musste die Stadt Ginsheim-Gustavsberg den Lagerplatz für 12 000 Euro sanieren. 

Die Wanderfahrten der irischen Traveller sind nicht neu. Jedes Jahr rund um Maria Himmelfahrt sind die Landfahrer auf Reisen. Besonders beliebt ist dabei die Stadt Kevelear, die seit dem 17. Jahrhundert ein Wallfahrtsort ist. Die Traveller, die als streng katholisch gelten, feiern jeden August dort viele ihrer Hochzeiten. Wahrscheinlich also, dass die Traveller spätestens am kommenden Dienstag zu Maria Himmelfahrt wieder in Kevelear auftauchen. jp  

Die Reiseroute der Traveller durch NRW

Die irischen Wanderarbeiter werden mitunter auch als "Tinker" bezeichnet. Diese Bezeichnung wird von den Iren selbst aber als abwertend abgelehnt.

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