Am Freitag ist internationaler „Umarm-Tag“. Niemand muss, aber jeder darf sein Gegenüber kräftig knuddeln. Aber Obacht: Es gibt Regeln.

"Free Hugs" - Umarmungen kostenlos
"Free Hugs", also Gratis-Umarmungen, verteilen diese beiden Berliner gern.

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Marcel Mettelsiefen

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Caro. Wie es geht, steht im Markus-Evangelium: „Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrühre. ... Und er herzte sie und legte die Hände auf sie“. Jesus hat Menschen umarmt, praktisch jeder tut es – sogar Tiere. Doch nur in den USA gibt es einen Nationalen Umarmtag. Den National Hugging Day gibt es genau seit 25 Jahren – und längst ist aus dem nationalen ein internationaler Umarmtag geworden.

Erfunden hat den Tag vor 25 Jahren ein Geistlicher aus der US-Provinz

„Ich fand einfach, dass es in vielen Familien zu unpersönlich zugeht“, sagt Kevin Zaborney. Den Pastor aus dem Städtchen Caro in Michigan, tief in der amerikanischen Provinz, störte schon in den Achtzigern, dass in vielen Familien kaum noch miteinander geredet wird. Seine Mutter machte ihn mit den Thesen eines italienischen Psychologen vertraut, der im Umarmen eine gefühlvolle Geste erkannt haben wollte. „Ich kannte einen Verleger und der hat für 1986 zum ersten Mal den National Hugging Day in seine Kalender drucken lassen.“

Millionen Menschen machen mittlerweile mit. Wildfremde Menschen fallen sich in die Arme, herzen, drücken, tätscheln sich. „Weltknuddeltag, Kramens Dag, Dia del Abrazo“ steht auf Zaborneys Website und der Pastor erzählt von vielen deutschen Freunden, die mitmachen. Frankfurt oder Berlin seien regelrechte Umarmerhochburge inDeutschland, sagt er.

Der Erfinder des Tags rät: Nicht wahllos fremde Leute umarmen

„Natürlich gibt es auch viele Leute, die das Umarmen ungesund, oder einfach doof finden“, sagt Zaborney. Deshalb rate er ja, nicht rumzurennen und wahllos Leute zu umarmen. Und, ganz wichtig: „Und man sollte sich auch nicht gegenseitig ins Gesicht atmen.“

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