Trailer Trash Tracys im Rotlicht. Foto: Domino
Trailer Trash Tracys im Rotlicht. Foto: Domino

Trailer Trash Tracys im Rotlicht. Foto: Domino

dpa

Trailer Trash Tracys im Rotlicht. Foto: Domino

Berlin (dpa) - Was für eine Portion Lärm: Das Schlagzeug trommelt sich durch die Gegend, der Bass setzt versprengte Akzente, verhallter Gesang schwebt heran - es rauscht und zischt.

Mit dem kratzigen Stück «Rolling - Kiss The Universe» eröffnen Trailer Trash Tracys ihr Debütalbum «Ester». Trotz des verqueren Freestylye-Beginns ist hier schon alles zu hören, was die britische Band auszeichnet. Nur ist noch nicht alles an seinem richtigen Platz.

Das ändert sich schlagartig mit dem Song «You Wish You Were Red», mit dem Trailer Trash Tracys bereits im Vorfeld auf sich aufmerksam machten und für Kritikerlob sorgten. Der ausgeborgte Badalamenti-Bass, der der bizarren «Twin Peaks»-Welt von David Lynch bereits Ausdruck verlieh und der schwebend-verhallte Gesang von Suzanne Aztoria bringen Kontur - aus dem Chaos erwächst eine verführerische Traumwelt.

Ein Gesamtkunstwerk: Die leicht surrealistisch angehauchten Videos des Quartetts passen in ihrer sanften Verrätselung perfekt zum Dreampop der Trailer Trash Tracys, die zwischen Psychedelik und Shoegaze, zwischen Noise und Pop ihren verhallten Raum eingerichtet haben, in der eine spannungsgeladene Monotonie ihren hypnotischen Fluss entfaltet.

Die Trailer Trash Tracys haben zwar eine Rezeptur für ihre Songs gefunden, die aber genug Raum für zahlreiche Variationen lässt. Quirlig die Orgel und hibbelig der Drumsound in «Dies in 55». Spaciger Sci-Fi-Klang und Retro-Drum-Machine in «Engelhardt's Arizona». Und aus einer anderen Welt schallt immerwährend der Gesang herüber.

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