Ein ICE rauscht gegen einen umgekippten Baum, 200 Passagiere sitzen in der Nacht stundenlang fest. Wie konnte es zu dem Unfall kommen?

ICE kracht gegen Baum
Ein umgestürzter Baum liegt am 22.09.2014 neben der Bahnstrecke nahe Baar-Ebenhausen (Bayern).

Ein umgestürzter Baum liegt am 22.09.2014 neben der Bahnstrecke nahe Baar-Ebenhausen (Bayern).

Armin Weigel

Ein umgestürzter Baum liegt am 22.09.2014 neben der Bahnstrecke nahe Baar-Ebenhausen (Bayern).

Baar-Ebenhausen (dpa) - Ein ICE ist zwischen Ingolstadt und München gegen einen umgestürzten Baum auf den Gleisen geprallt. Von den 200 Passagieren sei bei dem Unfall am Sonntagabend niemand verletzt worden, sagte ein Sprecherin der Deutschen Bahn am Montag. Allerdings saßen sie die halbe Nacht im Zug fest. Erst am Montagfrüh gegen 4.00 Uhr erreichten die Reisenden mit fast sechs Stunden Verspätung den Münchner Hauptbahnhof.

Der ICE war gegen 22.15 Uhr in Oberbayern zwischen Baar-Ebenhausen und Rohrbach im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm auf den umgestürzten Baum gefahren. Der Stamm hatte sich aufgestellt und die Oberleitung auf einer Länge von 750 Metern abgerissen. Außerdem wurde der Stromabnehmer des Zuges in Mitleidenschaft gezogen.

Weil Teile der stromführenden Kabel am Boden lagen, durften die Fahrgäste den Zug aus Sicherheitsgründen nicht verlassen, wie die Bahnsprecherin erklärte. Eine Diesellok wurde zur Unfallstelle beordert und zog den liegengeblieben ICE am frühen Morgen nach München. Ob Biber den Baum zu Fall brachten, konnte die Bahnsprecherin nicht sagen.

Die Höhe des Schadens war am Montag noch offen. Richtung München fahrende Fernzüge wurden über Augsburg umgeleitet, in der Gegenrichtung lief der Verkehr weiter. Regionalzüge konnten an der Unfallstelle eingleisig in beiden Richtungen fahren. Es kam aber zu erheblichen Verspätungen. Die Bahnsprecherin rechnete damit, dass der Schaden im Laufe des Nachmittags behoben wurde und der Zugverkehr sich danach normalisierte.

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