Was zu dem Unglück am Steilhang führte, ist noch unklar. Möglich ist ein Pilotenfehler bei Dreharbeiten für das Bayrische Fernsehen.

Einer nach dem anderem: Die Hubschrauberbesatzung rettet die 20 Menschen in der Gondel aus der Luft – am Boden ist die Erleichterung riesengroß.
Einer nach dem anderem: Die Hubschrauberbesatzung rettet die 20 Menschen in der Gondel aus der Luft – am Boden ist die Erleichterung riesengroß.

Einer nach dem anderem: Die Hubschrauberbesatzung rettet die 20 Menschen in der Gondel aus der Luft – am Boden ist die Erleichterung riesengroß.

Einer nach dem anderem: Die Hubschrauberbesatzung rettet die 20 Menschen in der Gondel aus der Luft – am Boden ist die Erleichterung riesengroß.

In 100 Metern Höhe mussten die Passagiere ausharren. Fotos (3): dpa

Stefan Puchner, Bild 1 von 3

Einer nach dem anderem: Die Hubschrauberbesatzung rettet die 20 Menschen in der Gondel aus der Luft – am Boden ist die Erleichterung riesengroß.

München. Die Erleichterung ist riesig, als die Geretteten aus dem Hubschrauber steigen. Einige lachen, umarmen sich oder verschwinden hastig in einem aufgebauten Zelt. Für 20 Menschen wurde eine Seilbahnfahrt im Allgäu, in der Nähe von Schloss Neuschwanstein, zum Alptraum.

Bei der Rückfahrt ins Tal bleibt die Gondel am Freitagabend plötzlich stecken. Mehr als 18 Stunden müssen die Fahrgäste in der kleinen Kabine in 100 Meter Höhe über einem Steilhang ausharren. Sie können erst am Samstagmorgen mit Hubschraubern befreit werden. „Man hat gemerkt, wie die ganze Spannung von den Leuten abfiel“, sagt Roland Ampenberger, Sprecher der Bergwacht Allgäu, nach der dramatischen Hilfsaktion.

„So kann man nicht fliegen, das ist grob fahrlässig.“

Franz Bucher, Geschäftsführer der Seilbahn, zur möglichen Ursache

Hinter den Geretteten, sechs von ihnen kommen aus NRW, liegt eine Nacht voller Angst und Ungewissheit. Die 250 Rettungskräfte müssen den Einsatz am späten Freitagabend zunächst abbrechen. Zu gefährlich sei die Bergung am Steilhang mit dem Hubschrauber gewesen, sagt Ampenberger. „Der Wind war zu stark.“

Per Seilwinde gibt es Essen, Decken und für die fünf Kinder Spielsachen

Mit Hilfe einer Seilwinde und einem Seilfahrgerät versorgen die Bergretter die Eingeschlossenen mit Verpflegung, Decken und warmen Schutzanzügen. Unter ihnen sind auch fünf Kinder zwischen vier und zwölf Jahren. Ihnen bringen die Helfer Malzeug und Spiele, damit sie sich von den Strapazen ablenken können.

Der Flug stand im Zusammenhang mit Dreharbeiten fürs Fernsehen

Ein Gleitschirmflieger hatte sich am Freitagmittag in den Seilen der Tegelbergbahn verfangen und sie damit blockiert. Der Gleitschirm-Pilot und sein Tandem-Mitflieger aus München, ein Reporter des Bayerischen Fernsehens, kamen mit leichten Verletzungen davon. Ihr Flug stand im Zusammenhang mit Filmaufnahmen für eine Urlaubsserie, wie eine Sprecherin der Bayerischen Rundfunks gestern bestätigte.

Gegen den Piloten, ein Deutscher mit Wohnsitz in der Schweiz, wird nach Polizeiangaben wegen fahrlässiger Körperverletzung sowie eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt. Die Polizei betonte aber, dass sie in allen Richtungen ermittele. Es komme auch eine Windböe als Ursache infrage.

Der Mann sei in die Schweiz zurückgekehrt, was auch erlaubt und keinesfalls als Flucht aufzufassen sei. Der Pilot muss möglicherweise mit Schadenersatzforderungen rechnen.

Der Geschäftsführer der Seilbahn, Franz Bucher, führt den Unfall auf einen Pilotenfehler zurück. „So kann man nicht fliegen, das ist grob fahrlässig“, sagt Bucher. Der Pilot sei vom Startplatz unweit der Gondel in Richtung Seilbahn abgehoben, anstatt wie vorgesehen in die entgegengesetzte Richtung zu fliegen. Die Polizei hält es aber auch für möglich, dass eine Windböe den Gleitschirmflieger in die Seile getrieben habe. Deshalb werde in alle Richtungen ermittelt.

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