88-jährige muß sich wegen Volksverhetzung verantworten
Ursula Haverbeck vor Gericht in Berlin. Archivbild.

Ursula Haverbeck vor Gericht in Berlin. Archivbild.

Paul Zinken

Ursula Haverbeck vor Gericht in Berlin. Archivbild.

Detmold. Die mehrfach vorbestrafte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck wehrt sich am Donnerstag vor dem Landgericht Detmold in einem Berufungsverfahren gegen Haftstrafen. Wegen Volksverhetzung war die 89-Jährige Frau aus Vlotho 2016 und 2017 vom Amtsgericht Detmold zu Haftstrafen von acht Monaten und zehn Monaten verurteilt worden. Sie hatte im Zuge des Prozess gegen den früheren SS-Wachmann Reinhold Hanning in Briefen an den Bürgermeister der Stadt Detmold und an die Lippische Landeszeitung den Völkermord an den europäischen Juden geleugnet. Im Prozess gegen sich wiederholte sie diese Aussage.

Gegen die Frau wurden in den vergangenen Jahren deutschlandweit ähnliche Prozesse geführt. Zuletzt verhängte das Amtsgericht Tiergarten in Berlin im Oktober sechs Monate Haft wegen Volksverhetzung, das Landgericht im niedersächsischen Verden verurteilte sie im August 2017 zu zwei Jahren Haft. Haverbeck war Vorsitzendes des 2008 von der Bundesregierung verbotenen Vereins Collegium Humanum mit Sitz in Vlotho bei Bielefeld. Das Bildungszentrum galt als bundesweite Anlaufstelle für Holocaust-Leugner und Rechtsextremisten. dpa

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