Hochwasser in Oberfranken
Hat sein Bett verlassen: Der Fluss ist im bayerischen Zaugendorf weit über die Ufer getreten und hat eine Landstraße überflutet. Foto: Nicolas Armer

Hat sein Bett verlassen: Der Fluss ist im bayerischen Zaugendorf weit über die Ufer getreten und hat eine Landstraße überflutet. Foto: Nicolas Armer

Eine Uhr zeigt in Köln den Rheinpegel an. Die Lage für die Schifffahrt und für Anwohner blieb angespannt. Der Rheinpegel stand am Morgen bei etwa 6,80 Metern. Foto: Oliver Berg

Die Donau ist da: Sportplatz und Gästekabine des SV Daugendorf in Daugendorf (Baden-Württemberg) sind vom Hochwasser überflutet. Foto: Thomas Warnack

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Hat sein Bett verlassen: Der Fluss ist im bayerischen Zaugendorf weit über die Ufer getreten und hat eine Landstraße überflutet. Foto: Nicolas Armer

Berlin (dpa) - Es regnet und regnet und Flüsse vor allem in West- und Süddeutschland treten über die Ufer. Die Schifffahrt auf der Mosel ist eingestellt worden, auf Teilen des Neckars ebenfalls. Auf dem Rhein droht Schiffsführern in den kommenden Tagen das gleiche Schicksal.

Bilder aus Rheinland-Pfalz und Bayern - insbesondere Oberfranken - sahen dramatisch aus. Überschwemmungen von Grundstücken und Kellern wurden aus vielen Regionen gemeldet.

Orkantief «Burglind» brachte heftigen Regen, der zum Teil am Donnerstag noch andauerte. Laut Wettervorhersage verbessert sich die Situation in den nächsten Tagen nicht. Der Dauerregen am Oberrhein und in den Vogesen wird Rhein und Mosel weiter ansteigen lassen. Und auch viele kleinere Flüsse könnten in den nächsten Tagen über die Ufer treten.

In Leutesdorf bei Neuwied am Mittelrhein konnten Spaziergänger Schwäne beobachten, wie sie vor malerischen Fachwerkhäusern auf einer Uferstraße schwammen. Auch die Lahn ist an vielen Stellen über die Ufer getreten. In Baden-Württemberg sperrten die Behörden wegen Hochwassers den Neckar zwischen Mannheim und Heilbronn für die Schifffahrt.

In Köln, wo das Flussbett besonders eng ist, blieb die Lage für die Schifffahrt und für Anwohner am Donnerstag angespannt: Der Rheinpegel stand am Mittag bei etwa 7 Metern. Auch am Niederrhein rechnen Experten mit Hochwasser und weiter ansteigenden Wasserständen. Bei einem Pegelstand über 8,30 Metern in Köln müsste der Schiffsverkehr komplett gestoppt werden. Bis Anfang nächster Woche rechnen die Kölner Behörden mit kritischen Marken von 8,50 bis 9 Metern.

An der Mosel ist vor allem der mittlere Abschnitt vom Hochwasser betroffen. Ufernahe Parkplätze zum Beispiel in Bernkastel-Kues waren laut Polizei am Donnerstag bereits gesperrt. Der Pegelstand in Trier war mit gut sieben Metern vier Meter über normal. Heute soll es vor allem im französischen südlichen Teil des Einzugsgebietes weiter heftig regnen. Daher wird spätestens ab Abend wieder ein Ansteigen der Pegelstände an Mosel, Saar und Sauer erwartet. Ob zum Beispiel in Saarbrücken die kritische Marke von 3,80 Metern im Stadtteil St. Arnual erreicht wird, bei der die Stadtautobahn gesperrt werden muss, blieb zunächst unklar.

Am Rhein wird beim Pegel Maxau in Karlsruhe voraussichtlich Freitagmittag die Hochwassermarke II überschritten, ab der Schiffe nicht weiterfahren dürfen, wie das Hochwassermeldezentrum in Mainz mitteilte. Am Zusammenfluss von Mosel und Rhein am Deutschen Eck in Koblenz wurden bereits eine Uferstraße und Parkplätze gesperrt.

In Bayern in Oberfranken haben Dauerregen und Schneefälle in Verbindung mit der kurz danach einsetzenden Schneeschmelze die Flüsse anschwellen lassen, wie es von der Landesanstalt für Umwelt hieß. Laut Deutschem Wetterdienst ist bis Samstag auch im Allgäu wegen erwarteten Starkregens in Verbindung mit Schmelzwasser mit gewaltigen Wassermassen zu rechnen.

Guido Wolz vom Deutschen Wetterdienst (DWD) geht für die Region zwischen Donnerstag und Freitagabend mit einer Abflussmenge von 70 bis 100 Litern pro Quadratmeter aus. «Das ist natürlich sehr viel.» Bei der «Abflussmenge» wird zum aktuellen Niederschlag noch das von den Bergen kommende Schmelzwasser hinzugerechnet.

Auf der Donau rechnet der Warndienst erst zum Wochenende mit Hochwasser. In Regensburg haben deshalb Mitarbeiter des Bauhofs damit begonnen, mobile Hochwasserschutzwände zu errichten, um eine Überflutung der historischen Altstadt zu verhindern.

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