Hamburg (dpa) - Köln am Rhein kann auf fast 2000 Jahre Geschichte zurückblicken. Im Jahr 55 machte die römische Kaiserin Agrippina eine kleine Siedlung der germanischen Ubier zur Stadt.

«Colonia Claudia Ara Agrippinensium» gewann schnell an Bedeutung und wurde zur Hauptstadt der römischen Provinz Niedergermanien.

Das Christentum spielte in Köln schnell eine große Rolle. 313 wurde Maternus erster Bischof der Stadt, 376 gründete der heilige Severin das erste Kloster. 891 schenkte Papst Stephan V. der Stadt bedeutende Reliquien, und 1164 brachte Erzbischof Rainald von Dassel die Gebeine der Heiligen Drei Könige nach Köln. Der dadurch ausgelöste «Pilgertourismus» war ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und machte das geistliche Zentrum zu einer bedeutenden Handelsmetropole.

Als sich Mitte des 12. Jahrhunderts europäische Städte zum Handelsbund der Hanse zusammenschlossen, war Köln eines der Gründungsmitglieder. Die Stadt hatte das Stapelrecht, das seinen Bürgern ein Vorkaufsrecht auf alle auf dem Rhein transportierten Waren sicherte und so für Wohlstand der Bürger sorgte. Im Spätmittelalter galt die Freie Reichstadt Köln mit mehr als 40 000 Menschen als bevölkerungsreichste Metropole Deutschlands.

Bei allem Reichtum fehlt aber das Geld für ein Prestigeobjekt: Der Bau des 1248 begonnenen Doms ruhte von 1560 an aus Kostengründen. Erst 1880 wurde die gotische Hauptkirche vollendet. Inzwischen war Köln ein wichtiges Verkehrs-, Handels- und Industriezentrum im deutschen Kaiserreich. Im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zu mehr als 90 Prozent zerstört, erreichte die Domstadt 1959 ihre Vorkriegs- Einwohnerzahl von 800 000 Menschen. Heute ist Köln mit knapp einer Million Einwohnern Deutschlands viertgrößte Stadt und genießt mit ihrem kulturellen und architektonischen Erbe Weltgeltung.

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