In Zertifikaten sei der Polizei doch DNA-Freiheit garantiert worden.

wza_400x238_471640.jpg
Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg hatte Wattestäbchen für die Ermittlung von DNA Proben in ungeklärten Mordfällen benutzt - die Abstrichbestecke waren aber nicht für die DNA-Analytik zertifiziert .

Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg hatte Wattestäbchen für die Ermittlung von DNA Proben in ungeklärten Mordfällen benutzt - die Abstrichbestecke waren aber nicht für die DNA-Analytik zertifiziert .

dpa

Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg hatte Wattestäbchen für die Ermittlung von DNA Proben in ungeklärten Mordfällen benutzt - die Abstrichbestecke waren aber nicht für die DNA-Analytik zertifiziert .

Stuttgart. Im Skandal um verunreinigte Wattestäbchen für die Spurensicherung der Polizei soll die Lieferfirma Greiner Bio-One der «Stuttgarter Zeitung» zufolge die Behörden getäuscht haben. Das schwäbische Unternehmen habe in einer Lieferung an die Polizei in Österreich per «Qualitätszertifikat» garantiert, dass die Teststäbchen frei von genetischen Verunreinigungen wie etwa DNA seien, berichtete das Blatt am Montag unter Berufung auf ein ihr vorliegendes Zertifikat.

Greiner-Geschäftsführer Heinz Schmid hatte mit Blick auf die Ermittlungspanne im Fall des «Phantoms von Heilbronn» am vergangenen Freitag vor Journalisten das Gegenteil bekräftigt. Aus dem Katalog der Firma in Frickenhausen gehe klar hervor, dass sich die Stäbchen nicht für DNA-Tests eigneten, sagte Schmid.

Der «Stuttgarter Zeitung» zufolge lagen die «Qualitätszertifikate» auch in Kartons, die an baden-württembergische Polizeidirektionen geliefert wurden. Zudem habe das Unternehmen die Werbung für die Stäbchen auf der firmeneigenen Homepage vor der Pressekonferenz am Freitag noch verändert. Der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech (CDU) lässt Schadenersatzforderungen gegen die Firma prüfen und will nun mehr Qualitätssicherung bei der Spurensuche durchsetzen.

Die Polizei hatte jahrelang nach einer mutmaßlichen Mörderin gefahndet, deren DNA-Spuren an über 40 Tatorten gefunden worden waren. In der vergangenen Woche wurde dann bekannt, dass die DNA von einer Arbeiterin stammte, die bei der Herstellung mit den Wattestäbchen in Berührung gekommen war.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer