Wer in den USA geboren wird, erhält automatisch die Staatsbürgerschaft. Der Geburtstourismus schwangerer Frauen floriert.

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Gesund und munter – manchen Eltern reicht das nicht aus. Sie wollen ihr Kind auch noch mit einer speziellen Nationalität ausstatten.

Gesund und munter – manchen Eltern reicht das nicht aus. Sie wollen ihr Kind auch noch mit einer speziellen Nationalität ausstatten.

dpa

Gesund und munter – manchen Eltern reicht das nicht aus. Sie wollen ihr Kind auch noch mit einer speziellen Nationalität ausstatten.

Washington. In Amerika blüht das Geschäft mit dem „Mutterschaftstourismus“. Immer mehr schwangere Frauen, vorwiegend aus Asien, reisen als Touristen in die USA, um dort ihr Kind zur Welt zu bringen. Denn im Gegensatz zu Deutschland, wo die Geburt im Inland keinen automatischen Anspruch auf die Staatsbürgerschaft nach sich zieht, können in den USA selbst illegale Einwanderer ihr Kind zum US-Bürger machen.

Bei den Bürgern von San Gabriel bei Los Angeles herrscht dieser Tage blankes Entsetzen. Während der vergangenen Wochen wurde die Polizei auf laute Schreie von Frauen und Kindern hingewiesen, die aus mehreren Einfamilienhäusern kamen. Als sie anklopften, trauten die Ordnungshüter ihren Augen nicht. In den Häusern wimmelte es von hochschwangeren chinesischen Frauen oder solchen, die einen Neubegorenen im Arm trugen. Untergebracht waren sie in numerierten Zimmern, die an ein Hotel erinnerten.

Chinesische Agenturen bieten „all inclusive“-Reisen mit Geburt an

Zwar wurde der unzulässige „Gewerbebetrieb“ in einer Wohngegend sofort stillgelegt. Doch die angereisten Frauen hatten gegen kein Gesetz verstoßen. Sie hatten lediglich die Angebote chinesischer Reiseveranstalter genutzt, die im Internet „all inclusive“-Reisen in die USA angeboten hatten. Eingeschlossen waren Touristenvisum, Flug, Unterkunft und Entbindung auf amerikanischem Staatsgebiet. Das bringt viele Privilegien: Das Kind ist automatisch Amerikaner und kann ab dem 21. Lebensjahr mit seiner gesamten Familie wieder in die USA einreisen

Auch Türkinnen reisen angeblich zur Geburt in die Vereinigten Staaten

Auch in anderen Staaten gibt es „Babypflegestätten“ für Ausländerinnen, die bis zu 15 000 Dollar für die Geburtsreise zahlen. Unter den Frauen sollen überwiegend wohlhabende Chinesinnen und Südkoreanerinnen sein, aber auch Südeuropäerinnen. Die meisten von ihnen kommen angeblich aus der Türkei.

Kritiker fordern jetzt eine Gesetzesänderung nach deutschem Muster. Denn für die deutsche Staatsbürgerschaft muss mindestens ein Elternteil seit acht Jahren legal in Deutschland leben und eine permanente Aufenthaltsberechtigung haben.

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