Der explosive Fund gibt der Polizei Rätsel auf. Ein terroristischer Hintergrund wird zurzeit ausgeschlossen.

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Das UCI-Kino im Düsseldorfer Medienhafen wurde nach dem Fund der Handgranate großräumig abgesperrt.

Das UCI-Kino im Düsseldorfer Medienhafen wurde nach dem Fund der Handgranate großräumig abgesperrt.

Gerhard Berger

Das UCI-Kino im Düsseldorfer Medienhafen wurde nach dem Fund der Handgranate großräumig abgesperrt.

Düsseldorf. Der Schock kam nach der Premiere des Michael Jackson-Films "This is it" im Düsseldorfer UCI-Kino im Medienhafen. Beim Saubermachen entdeckte eine Putzfrau Donnerstagabend gegen 19.45 Uhr einen seltsamen Gegenstand, der auf einer Serviette lag. Es handelte sich um eine funktionstüchtige, gesicherte Handgranate.

Bislang konnte nicht festgestellt werden, wie die Handgranate in den Saal 1 des Groß-Kinos kam. Ein terroristischer Hintergrund wird allerdings zurzeit ausgeschlossen. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Johannes Mocken, sagte, die Behörde habe bislang darauf verzichtet, den dann zuständigen Generalbundesanwalt einzuschalten.

Offenbar verfolgt die Polizei bereits eine heiße Spur. Nach Informationen unserer Zeitung soll sich bei der Granate ein Zettel mit einem Namen befunden haben. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte die Polizei dazu nichts sagen.

Ein Sicherheitsbeauftragter des Kinos hatte die Handgranate zunächst in einen Flur gebracht, der von dicken Betonwänden umgeben ist. Die beiden angrenzenden Säle wurden geräumt, während im Rest des UCI-Kinos der Betrieb weiter lief.

Sechs Spürhunde und eine Hundertschaft der Polizei durchsuchten dann zunächst den Saal, in dem die Handgranate gefunden wurde. Ein Experte des Landeskriminalamtes untersuchte den Sprengkörper und nahm ihn dann mit.

Um 21. 30 Uhr entschloss sich die Polizei, das gesamte Kino zu räumen. Die laufenden Vorstellungen wurden abgebrochen, rund 800 Personen mussten die Säle verlassen. "Das Kino sollte in Ruhe nach weiteren verdächtigen Gegenständen abgesucht werden", erklärte Polizeisprecher Gunther Herring. Gefunden wurde nichts. Es konnte nicht geklärt werden, wer auf dem Kino-Sessel gesessen hat.

Völlig unklar sind die Hintergründe. Der Geschäftsführer des UCI-Kinos, Stephan Rottels, erklärte: "Es gibt keine Hinweise darauf, dass sich die Tat gegen unser Kino oder einen unserer Mitarbeiter richtete." Derzeit werde daher auch nicht über zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für das Kino nachgedacht.

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