Ministerpräsidentin Kraft schreibt an Botschafter. Zahl der toten Bergarbeiter steigt auf mehr als 280.

Düsseldorf/Soma. Das Grubenunglück im türkischen Soma hat eine Welle der Solidarität in Nordrhein-Westfalen ausgelöst. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sprach dem türkischen Botschafter in Berlin am Donnerstag in einem Schreiben das „tiefe Mitgefühl“ der nordrhein-westfälischen Bürger aus. Sie bot ihm zugleich Hilfe an. Das Land habe eine lange Tradition des Bergbaus und verfüge über spezielles Wissen im Grubenrettungswesen.

Ob die Türkei die Hilfe annimmt, bleibe abzuwarten, sagte eine Sprecherin der Staatskanzlei auf Nachfrage. Auch die Abgeordneten des Landtags sprachen den Familien und Freunden der Bergleute ihre Anteilnahme aus.

Nach Angaben der Betreibergesellschaft in Soma wurden 450 Kumpel gerettet, darunter seien 80 Verletzte. 282 Bergarbeiter kamen nach bisherigem Stand ums Leben. Zum Zeitpunkt der Katastrophe am Dienstag sollen insgesamt 787 Arbeiter in der Zeche gewesen sein.

Rein rechnerisch wäre damit das Schicksal von 55 Arbeitern ungeklärt. Die Regierung machte aber keine Angaben zu der Zahl der Vermissten. Derweil wächst die Wut auf die Regierung des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Red

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