Die 47 Täter sind zwischen 15 und 26 Jahren und sollen mehr als 100.000 Computer infiziert haben, um Millionen Euro zu ergaunern.

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Auch von Gladbach aus gingen die Betrüger im Internet auf Beutezug.

Auch von Gladbach aus gingen die Betrüger im Internet auf Beutezug.

dpa

Auch von Gladbach aus gingen die Betrüger im Internet auf Beutezug.

Bonn/Mönchengladbach. Sie sind jung, gerade mal zwischen 15 und 26 Jahren alt, und sie kennen sich mit Computern bestens aus. Im Internet haben sie sich zu einer verschworenen Truppe zusammengeschlossen und nennen sich "Elite-Crew" (Eliteeinheit). Doch sie sind hochkriminell.

Während gewöhnliche Ganoven im Laden DVDs mitgehen lassen, Navis aus Autos klauen und Portmonees aus Damenhandtaschen ziehen, brauchen die Diebe des 21. Jahrhunderts nur einen Internetanschluss.

Damit ist es jetzt erst einmal vorbei. Mit mehr als 200 Beamten sind Polizei und Bundeskriminalamt am Dienstagabend gegen die mutmaßlichen Kriminellen vorgegangen. Deutschlandweit sind 46 Wohnungen durchsucht worden, neun davon in NRW. Dabei wurden 47 Beschuldigte ermittelt. Einer von ihnen ist aus Mönchengladbach. Drei der Beschuldigten wurden festgenommen.

Die Männer handelten mit Daten von Kreditkarten und deutschen Konten

Den jungen Männern der "Elite-Crew" wirft das BKA vor, in fremde Computer eingedrungen zu sein (hacken) und Internet-Betrügereien begangen zu haben. Zudem sollen die Jugendlichen und Männer ein Internetforum betrieben haben, über das sie Daten von Konten, Kreditkarten angeboten haben.

Damit können die Käufer auf Kosten anderer Waren bestellen. Wie viele Konto- und Kreditkarteninhaber geschädigt wurden, ist noch unklar. Betroffen sein kann jeder, der schon mal im Internet eingekauft hat. "Es ist anzunehmen, dass die Kriminellen einen Schaden verursacht haben, der in die Millionen geht", sagt Fred Apostel, Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft.

Auch in Österreich sind vier Häuser durchsucht worden. Dabei wurde ein Mann festgenommen. Er könnte der Kopf der "Elite-Crew" sein, denn der Festgenommene soll den Server für die 100.000 infizierten Rechner betrieben haben. Dabei wird Computerinhabern Software installiert, um den Rechner übernehmen zu können. Mit solchen Attacken erpressen Täter Geld von Webseiten-Betreibern, denen jede Minute, die sie nicht im Netz sind, großer Schaden entsteht.

Mit der Razzia sei dem BKA erstmals ein bedeutender Schlag gegen die deutschsprachige Szene der so genannten "Untergrund-Gesellschaft" gelungen. Dort führen Menschen unbemerkt von Freunden ein virtuelles illegales Leben. Vor dem Zugriff hatten sich BKA-Ermittler über ein Jahr lang tief in die Internetszene begeben, um die mutmaßlichen Täter zu identifizieren.

BKA-Präsident Jörg Ziercke: "Diese Art der Internetkriminalität hat sich zu einem lukrativen und vermeintlich sicheren Geschäft für Straftäter entwickelt."

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