Infekte der Atemwege und Fieber: Übervolle Wartezimmer bei Ärzten. Uni-Klinik Ulm meldet die erste Grippe-Tote.

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Erwachsene leiden seltener an Erkältungen und Infektionen als Kinder.

Erwachsene leiden seltener an Erkältungen und Infektionen als Kinder.

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Erwachsene leiden seltener an Erkältungen und Infektionen als Kinder.

Krefeld. Fieber über 38,5 Grad, Schüttelfrost und Muskelschmerzen: Die Grippewelle hat Deutschland erreicht - und sie schwappt mit Macht nach NRW. Die Zahl der Krankheitsfälle steigt seit Dezember stetig an, die Wartezimmer von Arztpraxen sind übervoll. Eine der Hochburgen ist Krefeld.

"Wir haben den Beginn einer Grippewelle, die von Norden und Osten kommend über Deutschland schwappt", warnt Dr.Andrea Grüber von der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) des Robert-Koch-Instituts in Berlin. Die AGI wertet in Zusammenarbeit mit mehr als 1000 Arztpraxen die Grippefälle aus.

"Wir beobachten derzeit eine stark erhöhte Krankheitsrate von fast 60 Prozent", sagt Grüber. Das bedeutet: Mehr als jeder Zweite, der mit Grippe-Symptomen in eine Arztpraxis kommt, hat auch tatsächlich die Grippe. Besonders häufig sind Ansteckungsfälle durch Viren des Typs Influenza A/H3N2/Sidney, die 2007 in Australien eine Epidemie auslösten.

Für die nächste Auswertung der 14-tägig erhobenen Daten befürchtet die AGI eine weitere Steigerung der Krankheitszahlen. Denn oft wird die Grippe von Schülern übertragen - und das Ende der Weihnachtsferien in NRW ist in den aktuellen Zahlen noch gar nicht berücksichtigt.

Den ersten Todesfall der aktuellen Grippewelle melden Lungenärzte der Uniklinik Ulm: Dort starb am Freitag eine 46-jährige Patienten an der Virusgrippe. Sie hatte aber noch eine weitere Krankheit, die nicht genannt wurde.

Besonders gefährdet sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) Personen mit Herzkreislaufkrankheiten oder Lungenerkrankungen sowie ältere Menschen über 60 Jahre. "Bei ihnen kommt es häufiger zu Komplikationen wie bakteriellen Lungenentzündungen, die tödlich enden können", sagt RKI-Präsident Jörg Hacker.

Eine Schutzimpfung ist derzeit noch möglich, sagt Susanne Stöcker vom Paul-Ehrlich-Institut. Zwar entfalte der Impfstoff erst nach 14 Tagen vollen Schutz, könne aber vielleicht vorher schon Krankheitsfolgen mildern.

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