Rechtsanwalt Jürgen Schindler-Clausner mit seinem Mandanten Rene Detlef-Günter S.
Rechtsanwalt Jürgen Schindler-Clausner mit seinem Mandanten Rene Detlef-Günter S.

Rechtsanwalt Jürgen Schindler-Clausner mit seinem Mandanten Rene Detlef-Günter S.

dpa

Rechtsanwalt Jürgen Schindler-Clausner mit seinem Mandanten Rene Detlef-Günter S.

Potsdam (dpa) - Er konnte die Vorhaltungen der Eltern nicht mehr ertragen - deshalb tötete er Mutter und Vater: Zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Potsdam hat ein 28-Jähriger am Dienstag gestanden, seine Eltern getötet und ihre Leichen zerstückelt zu haben.

«Etwas machte klick. Ich wollte nur noch meine Ruhe haben», hieß es in dem Geständnis, das der Verteidiger des Angeklagten aus Rathenow vor Gericht verlas.

Demnach hat der frühere Jura-Student am 9. Juni 2010 zunächst seinen Vater (67) erstochen, dann seine Mutter (60) erschlagen. Um die Tat zu vertuschen, habe er die Leichen zerstückelt. Am 13. Juli 2010 wurde die grausige Tat entdeckt - ein Nachbar hatte sich Sorgen gemacht, weil er das Ehepaar lange Zeit nicht gesehen hatte.

Die Staatsanwaltschaft Potsdam wirft dem 28-Jährigen Mord und Totschlag vor. Hintergrund des Familiendramas war nach Angaben des Sohnes vor Gericht, dass ihm seine Eltern berufliches Versagen vorwarfen. Nach eigenen Angaben hatte er Ende 2009 das Studium beendet, nachdem er zuvor einen Selbstmordversuch unternommen hatte. Anschließend wollte er Finanzbeamter werden und bewarb sich bei verschiedenen Landesverwaltungen. Bei seinen Eltern stieß dies auf wenig Begeisterung. «Sie empfanden das als Abstieg», sagte der schmächtige Mann, der weitaus jünger wirkt als er ist.

Ein Psychiater geht davon aus, dass der Angeklagte zum Tatzeitpunkt voll schuldfähig war. Es sind sechs Prozesstage angesetzt. Das Urteil ist für den 17. Februar geplant. Dem Angeklagten droht eine lebenslange Freiheitsstrafe.

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