Foto auf „Street View“ liefert den entscheidenden Hinweis zur Ergreifung zweier Räuber.

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Diese auf „Google Street View“ festgehaltene Straßenszene im niederländischen Groningen hat sich kurz vor dem Raubüberfall ereignet: Sie zeigt die mutmaßlichen Täter, die ihrem Opfer – dem Jungen auf dem Fahrrad – dicht auf den Fersen sind.

Diese auf „Google Street View“ festgehaltene Straßenszene im niederländischen Groningen hat sich kurz vor dem Raubüberfall ereignet: Sie zeigt die mutmaßlichen Täter, die ihrem Opfer – dem Jungen auf dem Fahrrad – dicht auf den Fersen sind.

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Diese auf „Google Street View“ festgehaltene Straßenszene im niederländischen Groningen hat sich kurz vor dem Raubüberfall ereignet: Sie zeigt die mutmaßlichen Täter, die ihrem Opfer – dem Jungen auf dem Fahrrad – dicht auf den Fersen sind.

Groningen. Dass sich die virtuellen Stadtrundgänge mit "Google Street View" hervorragend eignen, um sich mit Straßenzügen in fremden Städten vertraut zu machen, ist hinlänglich bekannt. Die Tauglichkeit des Kartendienstes zur Aufklärung von Straftaten dürfte indes neu sein. So konnte nun ein 14-Jähriger aus dem niederländischen Groningen dank des Online-Angebots zwei Räubern auf die Schliche kommen.

Foto zeigt mutmaßliche Räuber Sekunden vor der Tat

Im Dezember 2008 war er Opfer eines Straßenüberfalls im Stadtteil Rivierenbuurt geworden. Vier Monate später entdeckte er zufällig bei "Google Street View" ein Foto, das die mutmaßlichen Räuber wenige Sekunden vor der Tat zeigt: Eiligen Schrittes verfolgen zwei hell gekleidete Männer den Jungen, der gerade ahnungslos über einen Bürgersteig radelt. Kurze Zeit später werden sie ihm ein Handy und 165 Euro stehlen.

Natürlich war das Bild eine ermittlungstechnische Steilvorlage, die sich der Schüler nicht entgehen ließ. Er alarmierte sofort die Polizei. Die bat daraufhin Google um ein Originalfoto, das die Visagen der Täter unverfremdet zeigt. Denn Google stellt aus datenschutzrechtlichen Gründen nur Straßenaufnahmen mit unkenntlich gemachten Gesichtern ins Netz.

Der Internetriese machte "eine Ausnahme", wie die Polizei berichtet - und schickte ein ungepixeltes Exemplar. Prompt identifizierte ein Beamter aus dem Raubdezernat die beiden zwielichtigen Passanten als stadtbekannte Kriminelle. Gegenwärtig wird geprüft, ob gegen die 24-jährigen Zwillingsbrüder Anklage erhoben wird.

"Es ist ein Riesenzufall, dass wir auf diese Weise den Tätern auf die Spur gekommen sind", sagt Ger Blokzijl, Sprecher der Groninger Polizei. Da wird man ihm nur schwer widersprechen können - schließlich fotografiert Google seine Stadtansichten für "Street View" jeweils nur ein einziges Mal. Dass sich exakt zu diesem Zeitpunkt vor der Google-Kamera ein Verbrechen anbahnt, könnten religiöse Menschen fast schon für eine Fügung halten.

Den mutmaßlichen Raub eingestehen wollten die Zwillinge bislang allerdings noch nicht. Einer der beiden behauptet, er habe sich die Beute lediglich leihen wollen. Es ist fraglich, ob der Richter im Fall eines Prozesses dieser Aussage Glauben schenken wird.

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