Geplauder bei Goldman Sachs veröffentlicht. Nun wurde die Quelle enttarnt.

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Bei Goldman Sachs war das Fahren im Fahrstuhl gefährlich.

Bei Goldman Sachs war das Fahren im Fahrstuhl gefährlich.

dpa

Bei Goldman Sachs war das Fahren im Fahrstuhl gefährlich.

New York. Die Zitate passten so richtig schön ins Klischee der Gierbanker: „Wenn mich jemand fragt, was ich tun würde, wenn ich zehn Millionen Dollar hätte, frage ich nur: Wo ist der Rest geblieben?“ Oder: „Blumen und Entschuldigungen sind einfacher, als sich wirklich zu ändern.“ Woher die Zitate stammen? Von einer Twitter-Adresse namens „GS Elevator Gossip“ – auf Deutsch: Fahrstuhlgespräche bei der New Yorker Investmentbank Goldman Sachs. Seit 2011 sendete der Betreiber die kurzen Sätze voller Häme, Arroganz, Zynismus und Geldversessenheit. Rund 650 000 Abonnenten folgten der Seite, die dazu aufrief, im Lift aufgeschnappte Sätze per E-Mail zu melden.

Investmentbank suchte nach dem internen Leck

Bei Goldman Sachs schrillten die Alarmglocken. Sollte es ein internes Leck geben? Das Ansehen der Bank ist seit der Finanzkrise angekratzt und nun scheinen die Zitate das Bild zu bestätigen, das viele Menschen ohnehin von den Wall Street haben. Doch die bankinterne Fahndung blieb ohne Erfolg.

Kein Wunder, wie nun die „New York Times“ enthüllte. Sie enttarnte @GSElevator als John Lefevre (34). Pikant: Der Banker hatte nie bei Goldman Sachs gearbeitet, geschweige denn im Fahrstuhl gestanden. Dafür war er zumindest bis 2008 bei der der Konkurrenz von Citibank unter Vertrag. Dennoch sagt er: „Die meisten Zitate sind authentisch.“ Die „New York Times“ räumt ein, dass man ihm über Jahre auf den Leim gegangen sei, denn er habe nie behauptet, wirklich ein „Goldman“ zu sein. Die Bank gibt sich derweil erleichtert: Das Sprechverbot in Fahrstühlen sei nun wieder aufgehoben, heißt es lakonisch.
twitter.com/GSElevator

 

 

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