Erst am Montag zog ein Sturm übers Land  - Aufnahme aus dem  Kreis Mettmann - und hinterließ deutliche Spuren.
Erst am Montag zog ein Sturm übers Land - Aufnahme aus dem Kreis Mettmann - und hinterließ deutliche Spuren.

Erst am Montag zog ein Sturm übers Land - Aufnahme aus dem Kreis Mettmann - und hinterließ deutliche Spuren.

Dirk Thomé

Erst am Montag zog ein Sturm übers Land - Aufnahme aus dem Kreis Mettmann - und hinterließ deutliche Spuren.

Düsseldorf (dpa). Das Gewittertief «Olivia» hat Nordrhein-Westfalen erreicht. Es zog gegen 18 Uhr mit anfangs heftigeren Böen und dann mit intensivem Regen von Westen in die Aachener Region.

Bei der Aachener Polizei gingen in kürzester Zeit einige Notrufe vor allem wegen umgestürzter Bäume ein. «Das sind die üblichen Kleinigkeiten», sagte ein Polizeisprecher.

Das weltweit größte Reitturnier CHIO schloss die Ladenstraße in der Zeltstadt und unterbrach die Prüfungen im Springen und in der Dressur.

Der Deutsche Wetterdienst hatte für den Westen des Landes eine Unwetterwarnung mit schweren Gewittern, Orkanböen und Hagel herausgegeben, die bis in die Nacht hinein gilt.

Weitere Unwetter-Infos: http://www.wetter.com/wetter_aktuell/wetterwarnungen/warnungen_aktuell/?s_path=EU/DE/

Die Wetterfrösche wollten auch nicht ausschließen, dass der ein oder andere Tornado durch das Land fegt. Erst am Montag hatte Sturmtief «Norina» Schäden in Millionenhöhe angerichtet und auch den Schienenverkehr ins Stocken gebracht.

Die Feuerwehr in Wesel prüfte für den Fall der Fälle noch einmal ihre Motorsägen und Pumpen, wie Rudolf Friedhof, der Leiter der Feuerwache sagte. Große Sorgen machte er sich jedoch nicht, denn die Retter müssten sowieso allzeit bereit sein.

Auch beim Düsseldorfer Gerüstbauer Hohn sah man den Prognosen entspannt entgegen. Nach den Sicherheitsrichtlinien müssten Baugerüste mit und auch ohne Plane Wind und Wetter standhalten. Für die Arbeiter gelte bei Unwetter jedoch: sofort runter vom Gerüst.

Mitarbeiter des Kölner Doms hatten das Abdichtungssystem einiger Fenster überprüft, nachdem es bei einem Unwetter vor rund zwei Wochen schon einmal in den Dom hineingeregnet hatte. Ein Mosaikboden, das Chorgestühl, eine Chorpfeilerfigur und eine Engelsfigur waren dabei nass geworden.

«Normalerweise regnet es aber nicht in den Dom, das ist äußerst selten», sagte Matthias Demel, Sprecher der Dombauhütte. Bei Unwetter-Vorhersagen würden die Mitarbeiter noch einmal über die Gerüste gehen und schauen, ob dort nichts liegt, was heruntergefegt werden könnte.

«Wir sind ja generell bestens abgesichert», sagte Harald Müller, Sprecher der «Größten Kirmes am Rhein», die an diesem Wochenende in Düsseldorf startet. «Die Kirmesleute wissen, was zu tun ist.» Seine langjährige Erfahrung habe gezeigt, dass die Schausteller bisher von «so einem Hammerding wie am Montag» immer verschont blieben. Vermutlich sei es der angrenzende Rhein, der Blitz und Donner zu einer Umleitung um Karussell, Geisterbahn und Bierzelt herum bewege.

Beim weltweit größten Reitturnier in Aachen, dem CHIO, knüpften die Organisatoren engen Kontakt zum Deutschen Wetterdienst, sagte Günter Hoffmann vom Ordnungsdienst auf dem Turniergelände. Zu den Spring- und Dressurprüfungen wurden bis zum Abend tausende Besucher erwartet.

Bei Böen mit einer Stärke von über 80 Stundenkilometern wollte der Ordnungsdienst die Ladenstraße in der Zeltstadt schließen. Die überdachten Tribünen würden für Zuschauer geöffnet. Für die Pferde sei ein Unwetter kein Problem, sagte eine Sprecherin des Aachen-Laurensberger Rennvereins. «Die Pferde sind am sichersten, weil sie in festen Stallungen untergebracht sind.»

Offen blieb zunächst, ob die Prognosen vielen Urlaubern zum Beginn der Sommerferien einen Strich durch die Rechnung machen könnten. Am Düsseldorfer Flughafen hatte «Norina» die Deutsche Flugsicherung für kurze Zeit dazu bewegt, keine Starterlaubnis mehr zu erteilen und auch Landungen waren für etwa eine Stunde abgeblasen worden. In den kommenden Tagen rechnet der größte Airport des Landes mit einem Ansturm von Fluggästen.

Die sturmbedingten Beeitnrächtigungen bei der Bahn reduzierten sich im Laufe des Tages weiter:
Teilweise gesperrt sind laut Bahn noch zwei Strecken:
RE 2: Ausfall zwischen Mönchengladbach Hbf und Krefeld Hbf (alternativ verkehrt auf diesem Abschnitt die RB 33);
RB 93: Die Züge nach Siegen werden ab Siegen-Ost über Siegen-Weidenau nach Siegen umgeleitet. Die Züge der Gegenrichtung werden ab Siegen über Siegen-Weidenau nach Siegen-Ost umgeleitet. Es ist mit Verspätungen zwischen 5 und 10 Minuten zu rechnen.

Weitere Infos unter  www.bahn.de/ris oder mobil unter http://mobile.bahn.de/ris.

Unterdessen wurde bekannt, dass ein 15 Jahre altes Mädchen, das bei dem Unwetter am Montag in Wesel von einem herabfallenden Ast getroffen und lebensgefährlich verletzt wurde, gestorben ist.

Die 15-Jährige erlag am Mittwoch in einem Krankenhaus ihren schweren Verletzungen, wie die Polizei mitteilte. Die Jugendliche war auf dem Fahrrad unterwegs, als der Ast plötzlich herabfiel.


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