Aus Trümmern geborgene Frau hilft nun anderen Opfern.

Port-au-Prince. Viele Menschen in Haiti wachsen in der Not über sich selbst hinaus. Die 43-jährige Magalie Rigaud von der Organisation Christian Relief Services (CRS) koordiniert die Logistik für die Hilfseinsätze - und das, obwohl sie nach dem verheerenden Erdbeben selbst acht Stunden lang verschüttet war.

Rigaud war am Dienstag mit ihren zwölfjährigen Zwillingssöhnen in einem Supermarkt in Port-au-Prince, als das Erdbeben begann. "Ich habe mir meine Jungs geschnappt und mich über sie geworfen", berichtet sie. In den Trümmern hatte sich ein Hohlraum gebildet, in dem sie einigermaßen frei atmen konnten. "Müssen wir jetzt sterben?", hätten ihre Söhne gefragt.

Nach acht Stunden wurden alle drei von Jungen aus der Nachbarschaft mit bloßen Händen ausgegraben. Rigaud, die einige Schürfwunden und Blutergüsse davontrug, gönnte sich nur einen freien Tag. Dann machte sie sich daran, für die anderen Erdbebenopfer Hilfe zu organisieren. "Die Leute verdienen es, dass wir uns für sie einsetzen", sagt sie.

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