Monacos Staatsoberhaupt auf Stippvisite bei Ministerpräsident Jürgen Rüttgers.

Albert Fürst von Monaco und NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers im Düsseldorfer Stadttor auf dem Weg in die Staatskanzlei: „Da oben müssen wir hin“, scheint Rütgers seinem adligen Gast zu sagen.
Albert Fürst von Monaco und NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers im Düsseldorfer Stadttor auf dem Weg in die Staatskanzlei: „Da oben müssen wir hin“, scheint Rütgers seinem adligen Gast zu sagen.

Albert Fürst von Monaco und NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers im Düsseldorfer Stadttor auf dem Weg in die Staatskanzlei: „Da oben müssen wir hin“, scheint Rütgers seinem adligen Gast zu sagen.

dpa

Albert Fürst von Monaco und NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers im Düsseldorfer Stadttor auf dem Weg in die Staatskanzlei: „Da oben müssen wir hin“, scheint Rütgers seinem adligen Gast zu sagen.

Düsseldorf. Warten auf Ihre Durchlaucht: Mit einer Stunde Verspätung landete Fürst Albert II. von Monaco am Montag im privaten zweistrahligen Dassault-Falcon-Jet auf dem Düsseldorfer Flughafen zur eintägigen Stippvisite in der Landeshauptstadt. Eskortiert von fünf Motorradpolizisten ging’s im dunklen Hybrid-Mercedes zur Staatskanzlei im Stadttor, wo Ministerpräsident Rüttgers den Staatsgast im Foyer im Erdgeschoss begrüßte.

Das weitere Programm für die Augen der Öffentlichkeit: Im Eiltempo per Rolltreppe und Aufzug in Rüttgers’ Diensträume in der 11.Etage, dort freundlich lächelnd, aber schweigend schnellen Schritts zu einem kleinen Schreibtisch mit dem Goldenen Buch, im Blitzlicht-Stakkato der Fotografen eine schnelle Unterschrift ("Albert de Monaco"), noch ein knappes Verweilen fürs obligatorische gemeinsame Staatsoberhaupt-Foto, und dann husch, husch ins Esszimmer zum verspäteten Mittagessen.

Edle Gedecke und ein Bukett in den Landesfarben von Monaco und NRW

Im Zimmer 11.10 "Rheinland" hatte Rüttgers am ovalen Tisch für einen Lunch im engsten Kreis für zwölf Personen eindecken lassen: silberne Platzteller, schwere Servietten aus Leinen und ein dezentes Tischbukett in rot-weiß-grün - die nordrhein-westfälischen Landesfarben und auch das monegassische Rot-Weiß.

Zu Carpaccio vom Rinderfilet mit Mille Feuille von mediterranem Gemüse sowie gebratenem Kalbsrücken auf Schwarzwurzeln mit Kartoffeltörtchen und Rotweinschalotten trank man einen 2005er Sancerre-Weißwein und einen St.-Émilion-Grand-Cru-Classé.

Nach dem Dessert - Canache von der Valrhona Schokolade mit Orangenragout und geeistem Cappuccino - überreichte Jürgen Rüttgers seinem adligen Gast ein ganz besonderes Geschenk: einen 60 Zentimeter hohen Setzling einer eigens für Nordrhein-Westfalen entwickelten Ahorn-Art. Der NRW-Ahorn gedeiht nicht nur im etwas raueren Klima an Rhein und Ruhr, sondern nach Experten-Angaben auch im mediterranen Klima von Monaco.

Fürstentum Der Stadtstaat Monaco liegt von Frankreich umschlossen an der Mittelmeerküste in der Nähe der italienischen Grenze. Das Fürstentum ist vor allem bei den Reichen als Wohnsitz begehrt, da weder Einkommensteuer noch Erbschaftsteuer erhoben werden.

Fürstenhaus Die Grimaldis herrschen seit 700 Jahren über den Mini-Staat. Fürst Albert II. will den einstigen Operettenstaat als Nachfolger seines im Jahr 2005 verstorbenen Vaters Rainier III. vom Image der raffgierigen Steueroase befreien. Mit seiner Nordpolexpedition 2006 setzte er ein Zeichen im Umweltschutz.

Nach der Stippvisite in der Staatskanzlei stand auf dem Programm des Fürsten noch ein Eintrag im Goldenen Buch der Stadt Düsseldorf und ein Besuch beim Energie-Konzern Eon. Für den Abend hatte Albert etwa 150 Gäste zu einem Vortragsdinner in die Dependance der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen im historischen Ständehaus eingeladen. Anlass war die Gründung des deutschen Freundeskreises seiner Umwelt-Stiftung. Albert war erst kürzlich in der Antarktis und wollte den Gästen im Ständehaus auch über seine Eindrücke berichten.

Schuld an der fürstlichen Verspätung war übrigens nicht das angeblich schlechte Flugwetter in Zürich, wie es zunächst geheißen hatte. Dort herrschten nämlich fast optimale Flugbedingungen, wie der Deutsche Wetterdienst auf Anfrage unserer Zeitung berichtete: Keine Wolken unterhalb von 5000 Fuß, acht Kilometer Sicht und nur leichter Wind aus Nordwest. Tatsächlich war Ihre Durchlaucht Albert II. Fürst von Monaco schlicht aus dem Ski-Ort Samnaun, wo er am Vortag an einer Benefiz-Veranstaltung teilgenommen hatte, verspätet am Züricher Flughafen eingetroffen.

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