In Köln entsteht der Erlebnis-Park Odysseum mit Wissenschaft zum Mitmachen.

Was sind Schallwellen? Das wollen Diawo (Links) und Pinar im „Cyberspace“ des neuen Wissenschafts-Erlebnisparks Odysseum in Köln herausfinden.
Was sind Schallwellen? Das wollen Diawo (Links) und Pinar im „Cyberspace“ des neuen Wissenschafts-Erlebnisparks Odysseum in Köln herausfinden.

Was sind Schallwellen? Das wollen Diawo (Links) und Pinar im „Cyberspace“ des neuen Wissenschafts-Erlebnisparks Odysseum in Köln herausfinden.

dpa

Was sind Schallwellen? Das wollen Diawo (Links) und Pinar im „Cyberspace“ des neuen Wissenschafts-Erlebnisparks Odysseum in Köln herausfinden.

Köln. Noch ist es eine riesige Baustelle, doch bereits Anfang April soll hier das bundesweit erste "Science Adventure" (Wissenschafts-Abenteuer) seine Tore öffnen. Odysseum heißt das 30-Millionen-Vorhaben, das derzeit im Technologiepark in Köln-Kalk Formen annimmt. Eine Mischung aus Freizeitpark und Forschungszentrum will man sein, Wissenschaft zum Mitmachen bieten. Kurzum: ein Abenteuerland mit Grips.

"Das Besondere bei uns ist, dass alles durchgehend inszeniert wird", betonte Thomas Puy-Brill, Geschäftsführer des von der Sparkasse Köln-Bonn angestoßenen Projekts. Und deshalb führte er nun nicht ohne Stolz erstmals Journalisten durch eine der insgesamt sieben Themenwelten. Die 7. Klasse einer Partnerschule durfte unter dem Blitzlichtgewitter der Presse derweil die Erlebnisstationen im "Cyberspace" ausprobieren - soweit sie schon funktionierten.

Zum Spaß für die jungen Besucher kommt noch Bildung dazu

Durch Mitmachen und Ausprobieren sollen Kinder und Jugendliche "schon früh erfahren, wie spannend und cool Wissen sein kann", erklärte der wissenschaftliche Leiter des Ganzen, Armin Frey. Daher wurde die gesamte Entwicklung des Indoor-Parks von einem Beirat aus Wissenschaftlern und Wissenschaftsjournalisten begleitet.

"Hier kann Dein Wissen was erleben" lautet das Motto. Physik, Chemie, Biologie und Technik sollen ab April spielerisch vermittelt werden. Dieser inhaltliche Anspruch unterscheide sie von einem reinen Freizeitpark, meinte Geschäftsführer Puy-Brill. "Die jungen Besucher dürfen hier ruhig toben, aber es gibt immer auch eine Bildungskomponente."

So konnten die Siebtklässler der Montessori-Schule aus Bickendorf erfahren, dass ein Roboter im Basketball dem Menschen nur dann überlegen wäre, wenn er immer vom selben Punkt aus werfen dürfte. Der 14-jährige Baki versuchte sich nebenan im "Mindball" gegen seine Sportlehrerin. Mittels Stirnbändern wird dabei ein Ball allein mit den Hirnströmen gesteuert. Wer am besten entspannen kann, gewinnt das Spiel.

In Kölner Stadtteil Kalk entsteht derzeit das Odysseum, ein überdachter Wissenschafts-Erlebnis-Park auf 5500 Quadratmetern Fläche. In sieben Erlebniswelten (Leben, Erde, Cyberspace, Mensch, Kinderstadt, Galerie der Welt, Außen-Erlebnisbereich) soll es an 200 Erlebnisstationen für unterschiedliche Altersstufen auf eine interaktive Forschungsreise gehen.

Geldgeber des 30-Millionen-Projekts ist eine Stiftung der Sparkasse Köln-Bonn, hinzu kommen 12,5 Millionen Euro Landeszuschüsse und drei Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Seit Dezember 2007 wird auf dem Gelände der ehemaligen Chemischen Fabrik Kalk gebaut, Anfang April 2009 ist die Eröffnung.

Die Ticketpreise werden sich zwischen 7,50 und 14 Euro bewegen. Info-Telefon: 0221/822-2755.

Für Baki kein Problem: "Ich hab einfach so getan, als würd’ ich schlafen", verriet er sein Erfolgsgeheimnis, das im Unterricht sicherlich weniger gut ankäme. Er sei wahrlich kein Harry-Potter-Fan, meinte er hinterher. "Aber durch Entspannung einen Ball bewegen, das hat was von Zauberei."

Lehrerin Marion Hahn nahm ihre Niederlage indes gelassen. Sie lobte vielmehr das Konzept des Odysseum. Es sei ja eher Erlebnis als Lernen, das komme bei ihren Schülern gut an, so ihr erster Eindruck. Auch die Zentrierung auf Naturwissenschaft und Technik trage dazu bei. Längst hätten nämlich auch die Mädchen an diesen Themen großes Interesse.

Ihr selbst als ehemalige Leistungsturnerin bereitete die virtuelle Fahrt auf dem Lichtgeschwindigkeitsrad allerdings mehr Freude, als die auf Mathematik abzielende Dual-Dezimal-Station: "Da", räumte sie lachend ein, "habe ich nicht einmal die Aufgabenstellung verstanden."

Dass am Ende dennoch alle schlauer rausgehen, als sie reinkamen, davon ist Thomas Puy-Brill überzeugt. Durch emotionale Erlebnisse und viel Freude will man, ganz im Ernst, auch einen Beitrag leisten gegen den Fachkräftemangel im Land. Hierfür wurde sogar eigens ein "verrückter Professor" gecastet, der als Entertainment-Supervisor künftig die Kleinen für Themen wie Globalisierung und Klimawandel begeistern soll.

Zunächst müssen sich die Betreiber ohnehin um kleinere Anfangsprobleme kümmern: Das Dosentelefon auf der Empore im "Communication Square" etwa hat schon die erste Schülergruppe nicht heil überstanden.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer