Riad. In Saudi-Arabien soll ein Mann ausgepeitscht werden, weil seine Ehefrau ihre Augen in der Öffentlichkeit gezeigt hat. Dieses bizarre Urteil fällte ein Richter in Saudi-Arabien. Der Konflikt um die schönen Augen der ansonsten komplett verhüllten jungen Frau entbrannte im vergangenen Monat in einem Basar der Stadt Hail.

Ein Angehöriger der islamischen Religionspolizei fühlte sich wohl von den Blicken der Frau gestört, die in Begleitung ihres Ehemannes und eines Verwandten ihres Mannes unterwegs war. Wie die saudische Zeitung „Al-Watan“ am Dienstag berichtete, forderte er deshalb den Ehemann auf, dafür zu sorgen, dass seine Frau nicht nur ihren Körper, die Haare und das Gesicht mit schwarzen Schleiern bedeckt, sondern auch ihre Augen.

Als sich der Mann weigerte, diesem Befehl Folge zu leisten, kam es zum Streit. Der Religionspolizist zückte ein Messer und stach zu. Vor Gericht behauptete der Tugendwächter später, der Mann habe ihn geschlagen. Der Ehemann und sein Verwandter wurden nun beide wegen „unerlaubten Herumlaufens inmitten von Frauen“ zu jeweils 30 Peitschenhieben verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft will das Urteil anfechten. In Saudi-Arabien müssen alle Frauen in der Öffentlichkeit bodenlange Gewänder und schwarze Kopftücher tragen. Viele Frauen binden sich außerdem einen Gesichtsschleier („Nikab“) um, einige legen zusätzlich ein dünnes schwarzes Tuch über die Augen.

Ein Gesetz, das vorschreibt, dass Frauen das Gesicht oder sogar die Augen bedecken müssen, gibt es in dem islamischen Königreich aber nicht.

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