Erst sechs Wochen nach der Ziehung vom Volltreffer erfahren. 4,37 Millionen wären beinahe verfallen.

Die überraschte Gewinnerin hatte beim Spiel 77 ein Kreuz gemacht, sich dann aber nicht mehr weiter darum gekümmert.
Die überraschte Gewinnerin hatte beim Spiel 77 ein Kreuz gemacht, sich dann aber nicht mehr weiter darum gekümmert.

Die überraschte Gewinnerin hatte beim Spiel 77 ein Kreuz gemacht, sich dann aber nicht mehr weiter darum gekümmert.

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Die überraschte Gewinnerin hatte beim Spiel 77 ein Kreuz gemacht, sich dann aber nicht mehr weiter darum gekümmert.

Münster. Sie knackte an Weihnachten den Lotto-Jackpot und wusste nichts davon: Erst sechs Wochen nach der Ziehung erfuhr eine Frau aus dem Ruhrgebiet, dass sie einen Millionengewinn erzielt hat. Wie Westlotto am Freitag in Münster mitteilte, hatte sie kurz vor Weihnachten einen Fünf-Wochen-Spielschein gekauft. Am zweiten Weihnachtstag, einem Samstag, landete die Frau ("Mitte 50") damit im Spiel 77 einen Volltreffer: Sie gewann 4,37 Millionen Euro - den bundesweit höchsten Gewinn des Jahres 2009 im Spiel 77.

Davon erfuhr die Gewinnerin allerdings erst sechs Wochen später. Am 29. Januar ging die Frau in ihre Annahmestelle, um erneut zu tippen. Dabei bemerkte der Geschäftsleiter, dass seine Kundin einen sogenannten Zentralgewinn erzielt hatte, was mindestens 5000 Euro entspricht. Mehr wird im Lotto-Laden nicht verraten, schon allein, um die Gewinner vor Schnorrern zu schützen.

Wie hoch der Gewinn genau war, erfuhr die Frau erst drei Tage später. Die frischgebackene Millionärin will nach Angaben von Westlotto nun in Ruhe überlegen, was sie mit dem unerwarteten Reichtum machen will. Sehr viel länger hätten die Millionen nicht mehr auf die Frau gewartet: Laut Teilnahmebedingungen verfällt der Gewinnanspruch nach 13 Wochen.

Ermittlung der Gewinner durch das Online-System schwierig geworden

Es gibt aber immer wieder Fälle, dass Millionen-Gewinner nichts von ihrem Glück erfahren: Die Lottoquittung ist weg, die Zahlen werden falsch gelesen, oder der Spieler macht gerade Urlaub. Denn weniger als die Hälfte aller Tipper haben eine Kundenkarte mit Chip, mit der ihre Adresse gespeichert wird. Alle anderen mit Ausnahme der relativ wenigen Dauerschein-Inhaber spielen anonym. Damit sind sie verpflichtet, selbst die Gewinnzahlen mit ihren getippten Zahlen zu vergleichen.

Früher konnten ahnungslose Gewinner leichter ermittelt werden, weil sie in der Regel ihren Namen auf den Lottoschein schrieben. Erst seit der Einführung des Online-Lottosystems spielen Tipper, die keine kostenpflichtige Kundenkarte oder keinen Dauerschein haben, stets anonym - eine Frage der Elektronik und des Datenschutzes.

Die Summe nicht abgeholter Gewinne beläuft sich pro Jahr meist auf 30 bis 40 Millionen Euro. Diese setzt sich größtenteils aus ungeheuer vielen Kleingewinnen zusammen. Aber auch größere Einzelgewinne bleiben schon einmal liegen: In Sachsen-Anhalt war es eine Million und in Berlin waren es 860 000 Euro. Dieses Geld fließt zu 100 Prozent in Sonderauslosungen. Sie werden viermal im Jahr bundesweit organisiert - häufig mit Sachpreisen wie Autos.

Es gab aber auch schon eine Ziehung auf dem Clubschiff Aida vor Mallorca, die Million gewann ein Arbeitsloser aus Dormagen. Auch Gewinn-Rundungsbeträge, deren jährliche Gesamthöhe ebenfalls in die Millionen geht, werden in Sonderauslosungen ausgeschüttet. Bei allen Lotto-Spielarten werden nämlich die Gewinne abgerundet, sie müssen immer durch zehn Cent teilbar sein.

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