Eine argentinische Organisation bringt die zunehmenden Fälle von Mikrozephalie bei Säuglingen in Zusammenhang mit dem Larvengift Pyriproxyfen.

Eine argentinische Organisation bringt die zunehmenden Fälle von Mikrozephalie bei Säuglingen in Zusammenhang mit dem Larvengift Pyriproxyfen.
Eine argentinische Organisation bringt die zunehmenden Fälle von Mikrozephalie bei Säuglingen in Zusammenhang mit dem Larvengift Pyriproxyfen.

Eine argentinische Organisation bringt die zunehmenden Fälle von Mikrozephalie bei Säuglingen in Zusammenhang mit dem Larvengift Pyriproxyfen.

dpa

Eine argentinische Organisation bringt die zunehmenden Fälle von Mikrozephalie bei Säuglingen in Zusammenhang mit dem Larvengift Pyriproxyfen.

Rio de Janeiro. Mit Hilfe von 220.000 Soldaten hat Brasilien den Großeinsatz gegen das mysteriöse Zika-Virus gestartet. Das Militär verteilte am Samstag vier Millionen Flugblätter mit Tipps zur Moskitobekämpfung. Derweil hat eine Gruppe von argentinischen Medizinern und Forschern einen Bericht veröffentlicht, der die zunehmenden Fälle von Mikrozephalie bei Säuglingen in Südamerika mit dem Larvengift Pyriproxyfen in Zusammenhang bringt. Das Larvengift würde seit rund zwei Jahren vor allem in den ärmeren Regionen im Nordosten Brasiliens dem Trinkwasser beigemengt, um das Wachstum von Mückenlarven zu hemmen.

Die argentinische Organisation Red Universitaria de Ambiente y Salud (REDUAS) berichtet weiter, das brasilianische Gesundheitsministerium habe die Gehirnschäden der Säuglinge zwar schnell mit dem Zika-Virus in Verbindung gebracht. Gleichwohl habe es bei vorherigen Epidemien aber keine Fälle von Missbildungen bei Säuglingen gegeben, obwohl 75 Prozent der Bevölkerung in den betroffenen Regionen, übrigens auch Kolumbien, infiziert gewesen seien. "Die Behörde verkannte, dass in den Gegenden, in denen der Großteil der infizierten Menschen lebt, seit 18 Monaten das chemische Larvengift Pyriproxyfen durch staatliche Behörden dem Wasser, das von der betroffenen Bevölkerung getrunken wird, beigemengt wird", heißt es in dem Bericht. 

Zwar handelt es sich bei der REDUAS um eine Vereinigung von Ärzten, Wissenschaftlern und Aktivisten, die sich gegen den Einsatz von Schädlingsbekämpfungs- und Pflanzenschutzmitteln einsetzt. Klar ist jedoch: Behälter, in denen das Trinkwasser für die Bevölkerung in wasserarmen Regionen gesammelt wird, sind für Mückenlarven ein idealer Ort, sich zu vermehren. Um diesem Problem entgegenzuwirken, war dem Wasser bis 2014 das Larvizit Temephos hinzugefügt worden. Da die Mücken aber dagegen immun geworden waren, musste das Gift ausgetauscht werden. Seit rund 18 Monaten wird nun "wie von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen" Pyriproxyfen benutzt. Das Larvengift wird laut REDUAS von Sumitomo Chemical gergestellt, einer japanischen Tochter des Unternehmens Monsanto. 

Brasilianisches Ministerium weist Zusammenhang zurück

Brasiliens Gesundheitsministerium hat in der Zika-Debatte einen möglichen Zusammenhang zwischen der Zunahme von Schädelfehlbildungen und einem eingesetzten Pestizid zurückgewiesen. «Es gibt keine epidemiologische Studie, die eine Verbindung zwischen dem Einsatz von Pyriproxifen und Mikrozephalie beweist», teilte das Ministerium mit

Das Ministerium betonte, man verwende nur von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene sogenannte Larvicide. Dazu zählt auch Pyriproxifen. Allerdings setzen die Gesundheitsbehörden des Bundesstaates Rio Grande do Sul das Insektizid vorerst nicht mehr ein. (mit Material von dpa)

Leserkommentare (3)


() Registrierte Nutzer