New York. Mehr als 42 Jahre nach einer Flugzeugentführung ist ein Mann in New York zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden. Der 67-Jährige muss nach dem Richterspruch vom Dienstag (Ortszeit) für 15 Jahre in Haft.

Er hatte 1968 mit zwei Komplizen ein Flugzeug nach Kuba entführt und sich so lange auf der Insel versteckt gehalten. Ursprünglich sollte die Maschine mit 96 Passagieren und 7 Besatzungsmitgliedern nach Puerto Rico fliegen.

Der Angeklagte und seine zwei Komplizen hatten die Besatzung mit Pistolen und langen Messern bedroht, die sie in einer Windeltasche an Bord geschmuggelt hatten. Sie drängten die Piloten, die Boeing 707 nach Kuba zu fliegen. Ende der sechziger Jahre waren Dutzende Flugzeuge aus den USA nach Kuba entführt worden.

Im Jahr 1968 waren es mehr als 30, an dem Novembertag gleich zwei. Der Mann hatte sich vor Gericht entschuldigt und um eine milde Strafe gebeten. Der Richter hatte jedoch selbst von einer notwendigen schweren Bestrafung gesprochen und auch eine vorzeitige Haftentlassung ausgeschlossen. Der Verteidiger James Neuman sagte der Nachrichtenagentur dpa, das sei „viel mehr, als wir erwartet haben“.

Für den 67-Jährigen könne das lebenslang bedeuten. „Der Richter hat es einfach als sehr schweres Verbrechen eingestuft. Den persönlichen Hintergrund meines Mandanten hat er nicht berücksichtigt.“ Im Herbst 2009 war der Angeklagte freiwillig nach New York zurückgekehrt - auf denselben Flughafen, auf dem alles angefangen hatte.

Er sagte, dass er noch einmal seine Frau und andere Familienmitglieder sehen wolle, die auf Puerto Rico und in Florida wohnen. Seine beiden Komplizen waren bereits vor Jahrzehnten zurückgekehrt und Mitte der siebziger Jahre zu 15 und 12 Jahren Haft verurteilt worden. Sie sind längst wieder frei.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer