Bisher mussten Sender Schimpfworte mit einem Piepton zensieren. Ein Gericht kippt die Vorschrift.

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In wenigen Augenblicken zerreißt Justin Timberlake Janet Jackson die Jacke. Ein Skandal.

In wenigen Augenblicken zerreißt Justin Timberlake Janet Jackson die Jacke. Ein Skandal.

dpa

In wenigen Augenblicken zerreißt Justin Timberlake Janet Jackson die Jacke. Ein Skandal.

New York. In manchen Interviews muss es so schlimm gewesen sein, dass es nur noch piepste. In den prüden USA ging bisher halt nicht viel, wenn nicht die Form gewahrt wurde. Schimpfworte, Beleidigungen, Ausdrücke, die hier wie dort in manchen Bevölkerungsgruppen, vor allem in den jüngeren, zum Stammvokabular gehören, durften nicht über den Sender. Stattdessen pfiff es, selbst wenn einem Gesprächsteilnehmer nur das Wort "verdammt" herausrutschte. Das ist nun anders.

Ein New Yorker Gericht hat entschieden, dass im Rundfunk wieder geflucht werden darf. Die USA nähern sich Europa an. Zumindest, was die Freiheit des Wortes - auch des durchaus verzichtbaren - angeht. Damit sind dann auch die Zeiten vorbei, in denen die Münder von Fluchenden im Fernsehen so überdeckt werden mussten, dass Lippenlesen unmöglich war. Und mehr noch. Mit der Befreiung der Sprache geht eine gewisse Freiheit des Körpers einher.

Die Medienwächter können in die Berufung gehen

Das Urteil spricht dafür, dass sich eine Szene wie die beim Football-Finale 2004 so künftig ohne Nachbeben abspielen kann. Damals hatte der Sänger Justin Timberlake der Sängerin Janet Jackson vermutlich ebenso absichtlich wie abgesprochen fast eine ganze Brust freigelegt. Entsetzen, Empörung und das Ende der Liveübertragung solcher Sendungen waren die Folge. Sie werden um ein paar Sekunden zeitversetzt gesendet, damit die Regie eingreifen kann. Das hat nun ein Ende.

Es sei denn, die Saubermänner der staatlichen Medienaufsicht nehmen das Urteil nicht hin. Dann muss sich eine höhere Instanz mit dem Fall beschäftigen. Und bei den Amis piept es weiter. Red

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