Senioren aus dem Ruhrgebiet posieren für einen Kalender – und haben viel Spaß. Das älteste Fotomodell ist 98.

Ingeburg Giolbass (84) und Erich Endlein (88) in „Das verflixte 7. Jahr“ als Marilyn Monroe und Richard Sherman.
Ingeburg Giolbass (84) und Erich Endlein (88) in „Das verflixte 7. Jahr“ als Marilyn Monroe und Richard Sherman.

Ingeburg Giolbass (84) und Erich Endlein (88) in „Das verflixte 7. Jahr“ als Marilyn Monroe und Richard Sherman.

Walter Loeser (98) und Kurt Neuhaus (90) in „Easy Rider“ alias Billy und Wyatt.

Wilhelm Buiting (89) als Geheimagent James Bond.

Martha Bajohr (77) in „Cabaret“ alias Sally Bowles.

Contilia Gruppe, Bild 1 von 4

Ingeburg Giolbass (84) und Erich Endlein (88) in „Das verflixte 7. Jahr“ als Marilyn Monroe und Richard Sherman.

Essen. Ein Hauch von Hollywood trotz fortgeschrittenen Alters: Für eine Fotoreihe sind Bewohner verschiedener Seniorenstifte im Ruhrgebiet in die Rolle von Filmikonen geschlüpft. Ingeburg Giolbass (84) als Marilyn Monroe mit weißem Haar oder Erwin von der Heiden (80) als nicht mehr ganz faltenfreier Rocky Balboa zieren jetzt mit ihren 17 Mitstreitern einen Kalender.

„Das ist etwas ganz Außergewöhnliches. Man ist ja für jede Unterbrechung dankbar.“

Walter Loeser (98)

Der Älteste im Bunde ist Walter Loeser. Mit seinen 98 Jahren schwang er sich als Billy aus „Easy Rider“ auf ein chromblitzendes Motorrad. Als er gefragt wurde, ob er für den Kalender Modell stehen will, sei er skeptisch gewesen: „Was kann ich als Uropa schon dazu beitragen?“, sagte der Bewohner des Essener St. Andreas-Stifts. Nach der Erfahrung – Besuch im Kostümverleih und professionelles Foto-shooting inklusive – ist er froh: „Das ist etwas ganz Außergewöhnliches. Man ist ja für jede Unterbrechung dankbar.“

Mitgemacht haben Männer und Frauen im Alter von 75 bis 98 Jahren – für jeden brachte der Verleih passende Kostüme und Requisiten mit: Einen Schirm für Mary Poppins, dunkle Sonnenbrillen für die „Blues Brothers“, eine Zigarettenspitze fürs „Frühstück bei Tiffany“.

Thomas Behler, Geschäftsführer bei dem Pflegeeinrichtungsträger, der die Aktion in seinen Häusern gestartet hat, spricht von einem „Mut-Mach-Kalender“. Die Botschaft: „Es ist Leben in den Einrichtungen. Dort gibt es Spaß, das Leben geht auch dort weiter – trotz aller Probleme in der Pflege“. Bei der Umsetzung der Idee sei wichtig gewesen, die alten Menschen so zu zeigen, wie sie sind: „keine Bildbearbeitung, kein künstliches Verjüngen“.

Auch im nächsten Jahr soll es wieder einen Kalender mit den Alten in der Hauptrolle geben. Walter „Billy“ Loeser wird dieses Mal nicht zögern – „soweit der liebe Gott mitspielt“.

Den „Klassiker 2014“ gibt es nicht im Handel. „Absolut unverkäuflich“, sagt Thomas Behler, Geschäftsführer beim Essener St. Andreas-Stift. Er sei gedacht als Geschenk für die Bewohner der Einrichtungen, für Mitarbeiter und Angehörige. Fast die gesamte Auflage von 3000 Stück sei schon ausgegeben worden. Aufgrund der großen Nachfrage überlege man, noch einmal nachzudrucken.

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