Moskau. Blutrache war nach Angaben der Ermittler ein Motiv für den Massenmord an zwölf Bewohnern einer russischen Siedlung in der Region Krasnodar, rund 1200 Kilometer südlich von Moskau. Nach dem Fund der Leichen, darunter vier Kinder, Anfang November seien mindestens sechs Mitglieder einer Bande festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax mit.

Die von der örtlichen Polizei bisher gedeckte Bande habe die Siedlung fast 20 Jahre lang terrorisiert und mehr als 200 Frauen in der Region vergewaltigt. Der mutmaßliche Anführer sei nach dem Auffinden der Leichen von Zielfahndern festgenommen worden, hieß es. Die Beschuldigten bestritten die Vorwürfe.

Motive des Massakers seien unter anderem ein Streit bei der Neuverteilung von Grundstücken nach dem Ende der Sowjetunion 1991 sowie Blutrache, sagte ein Justizsprecher. So soll der Vater eines vergewaltigten Mädchens zuvor ein Bandenmitglied erschossen haben.

Die Opfer waren erstochen oder erwürgt in einem teilweise ausgebrannten Haus entdeckt worden. Das absichtlich gelegte Feuer sollte Spuren verwischen.

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