Nachdem am Montag eine 15-Jährige in Viersen erstochen worden war, stellte sich jetzt ein 17 Jahre alter Jugendlicher der Polizei.

Nachdem am Montag eine 15-Jährige in Viersen erstochen worden war, stellte sich jetzt ein 17 Jahre alter Jugendlicher der Polizei.
Trauer um das Opfer: In der Nähe der tödlichen Messerattacke auf eine 15-Jährige zünden drei Viersener Trauerkerzen an.

Trauer um das Opfer: In der Nähe der tödlichen Messerattacke auf eine 15-Jährige zünden drei Viersener Trauerkerzen an.

dpa

Trauer um das Opfer: In der Nähe der tödlichen Messerattacke auf eine 15-Jährige zünden drei Viersener Trauerkerzen an.

Viersen. Einen Tag nach der Messerattacke von Viersen hat sich gestern ein 17 Jahre alter Bekannter des getöteten Mädchens der Polizei gestellt. Der Bulgare, der auch in Viersen wohnt, wurde festgenommen. Der Druck war wohl zu hoch – der junge Mann kam mit seiner Anwältin zu einer Polizeiwache in Mönchengladbach. Die Ermittler verdächtigen ihn, die 15-Jährige am Montagmittag in einem Viersener Park erstochen zu haben.

Der Jugendliche und das Mädchen kannten sich, das steht den Angaben zufolge fest. Ob sie enger befreundet waren, müssen nun die Ermittlungen zeigen. Die Festnahme ist der vorläufige Schlusspunkt nach 24 erschütternden Stunden mit einigen Wendungen.

Zuvor hatten die Ermittler einen 25-jährigen Mann auf freien Fuß gesetzt, der unter falschen Verdacht geraten war. Die Angaben von Zeugen seien zweifelhaft und hätten die Ermittler zunächst in die falsche Richtung geführt, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

In den sozialen Medien waberte in der Zwischenzeit derweil ein so dichter Nebel aus Spekulationen und Gerüchten, dass Polizei und Staatsanwaltschaft zu Besonnenheit aufriefen: „Wir bitten darum, davon Abstand zu nehmen.“

Das Opfer: ein Teenager. Die Bilder auf der Facebook-Seite zeigen ein Mädchen mit fröhlicher Ausstrahlung. Die 15-Jährige wurde in dem Viersener Park mit einem Messer attackiert, sie starb kurz danach im Krankenhaus.

Der Park mit alten Bäumen, Bänken und einer Boule-Bahn liegt mitten in der Stadt am Niederrhein, er ist beliebt und auch belebt. Die Tat selbst hat anscheinend zwar niemand beobachtet, aber mittelbar wollen eine Reihe von Zeugen etwas mitbekommen haben, wie die Staatsanwaltschaft sagte. Einige davon haben Stunden nach der Tat bereitwillig davon erzählt.

Aber was kann man glauben? Zentrale Aussagen hielten die Ermittler gestern für zweifelhaft. Beispielsweise die Täterbeschreibung. Die Polizei hatte zunächst nach einem Mann mit nordafrikanischem Aussehen gefahndet. „Wer diese Personenbeschreibung abgegeben hat, weiß ich nicht. Aber es dürfte sich nicht um den Täter handeln“, sagt Staatsanwalt Lingens am Tag danach.

Bei einem 25-Jährigen schöpften Beamte allerdings Verdacht. Als die Polizei ihn kontrollieren wollte, ergriff er die Flucht, stellte sich danach der Behörde. „Der hatte aus einem anderen Grund Angst vor der Kontrolle und ist deswegen laufen gegangen“, erklärte eine Polizeisprecherin. lnw

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