David K. tötete 1991 ein Kind. In Düsseldorf soll er jetzt eine 52-Jährige erstochen haben. Zielfahnder fassten ihn in Hamburg.

David K. (nach dem Klick) soll eine Frau getötet haben. Staatsanwalt Christoph Kumpa (im Bild) hat keine Zweifel. (Archiv-Fotos (2): Polizei/Arend)
David K. (nach dem Klick) soll eine Frau getötet haben. Staatsanwalt Christoph Kumpa (im Bild) hat keine Zweifel. (Archiv-Fotos (2): Polizei/Arend)

David K. (nach dem Klick) soll eine Frau getötet haben. Staatsanwalt Christoph Kumpa (im Bild) hat keine Zweifel. (Archiv-Fotos (2): Polizei/Arend)

David K. (nach dem Klick) soll eine Frau getötet haben. Staatsanwalt Christoph Kumpa (im Bild) hat keine Zweifel. (Archiv-Fotos (2): Polizei/Arend)

Düsseldorf. Die Fahndungsplakate mit dem Bild von David K. sind gerade frisch gedruckt worden, erst einen Tag lief die öffentliche Suche nach dem Rheinländer (36).

Er soll Anfang Juli eine leicht behinderte Düsseldorferin (52) in deren Wohnung erstochen haben, erst eine Woche später wurde ihre Leiche gefunden. Am Montag landeten die Ermittler am Tatort einen Treffer: Eine Spur - ob Fingerabdruck oder DNA ist unklar - identifizierte laut Staatsanwaltschaft David K. eindeutig als Täter.

Ab Dienstagnachmittag wurde öffentlich nach ihm gesucht. Und schon am Abend glückte der Zugriff: Der 36-Jährige wurde in Hamburg gefasst.

Bei einer Verurteilung droht David K. die Sicherungsverwahrung

Nachdem bei der Spurenanalyse David K.s Name im Computer aufgetaucht war, machten die Düsseldorfer Ermittler Druck bei der Suche. Denn sie konnten nicht ausschließen, dass von dem Wohnungslosen eine Gefahr für die Bevölkerung ausgeht. K. hatte 1991 eine Achtjährige sexuell missbraucht und erdrosselt, er saß sieben Jahre Jugendstrafe ab. Es folgten aber weitere Verurteilungen, etwa wegen gefährlicher Körperverletzung.

Die Fahnder stießen in einem Internetcafé auf K.

Am 5. Juli, noch bevor die Leiche der 52-jährigen Düsseldorferin entdeckt wurde, war K. wegen Sachbeschädigung in Hamburg festgenommen worden. Auf der Reeperbahn hatte er die Scheibe eines Schnellimbiss’ eingeworfen. Die Ermittler in Düsseldorf und Hamburg arbeiteten daher eng zusammen.

Das Strafregister von David K. weist neun Einträge auf, beginnend mit dem Urteil wegen Mordes 1991. Es gab weitere Strafen etwa wegen Erschleichens von Leistungen. Der Rheinländer ohne festen Wohnsitz bewegte sich stets zwischen Rheinland und Hamburg.

Da aufgrund von K.s kriminellem Vorleben ein Hang zu schweren Straftaten erkennbar ist, könnte der Richter im Fall einer Verurteilung anordnen, den 36-Jährigen auch nach Verbüßung der Strafe einzusperren - zum Schutz der Allgemeinheit.

Zielfahnder stießen am späten Dienstagabend schließlich in einem Internetcafé in St. Pauli auf K. "Sie wussten, wo sie suchen müssen", erklärt Ulrike Sweden von der Hamburger Polizei. "Die Gegend ist typisch für Menschen, die nicht wissen wohin."

K. ließ sich widerstandslos abführen, noch in der Nacht wurde er nach Düsseldorf überstellt. Am Mittwoch erging Haftbefehl. Wie er sein mutmaßliches Opfer kennen lernte, liegt weiterhin im Dunkeln. Ebenso wie das Motiv der Tat. "Er schweigt und ist völlig unkooperativ", sagt Staatsanwalt Christoph Kumpa.

Die 52-Jährige galt Nachbarn als scheu; sie habe immer gefragt, wer an der Tür sei, bevor sie öffnete. Da an ihrer Wohnung keine Einbruchsspuren gefunden wurden, gilt es als wahrscheinlich, dass sie dem Täter selbst die Tür geöffnet hatte.

Trotz seines Schweigens: Der Haftrichter bestätigte am Mittwoch den dringenden Tatverdacht gegen David K. und schickte ihn in Untersuchungshaft. Ihm droht eine Anklage wegen Totschlags - die Höchststrafe liegt bei 15 Jahren. "Darüber hinaus ist eine Sicherungsverwahrung denkbar", sagt Kumpa. "Hier spricht viel dafür." Es wäre immerhin das zweite Mal, dass David K. einem anderen Menschen das Leben nahm.

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