Die Kälte hat NRW fest im Griff. In Dortmund kommen 165 Passagiere einer Boeing mit dem Schrecken davon.

Dortmund. Eine Boeing 737-800 der Fluggesellschaft Air Berlin ist gestern auf dem Dortmunder Flughafen von der möglicherweise eisglatten Startbahn gerutscht. Die 165 Passagiere und die sechsköpfige Besatzung blieben unverletzt.

Der Pilot hatte den Start der Maschine mit Ziel Gran Canaria nach Problemen mit dem Tempomesser abgebrochen. Daraufhin rutschte der Jet über das Ende der Startbahn. Der Flughafen war für Stunden lahmgelegt. Mehr als als 4000 Fluggäste waren von der Sperrung betroffen. Rund 20 Maschinen wurden auf andere Airports umgeleitet.

Die 165 Fluggäste der Unfallmaschine konnten ihre Reise vom Flughafen Paderborn/Lippstadt fortsetzen. Sie hatten den Jet über Treppen verlassen und waren zunächst psychologisch bereut worden. Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung sollen nun die Unfallursache klären. Nach Angaben eines Flughafen-Sprechers kann es aber mehrere Wochen dauern, bis ein Ergebnis vorliegt.

Die Airline sieht die Schuld für den verunglückten Start nicht beim Piloten. "Unser Pilot hat korrekt gehandelt", sagte Sprecherin Diane Daedelow. Er habe den Start wegen zweier unterschiedlicher Geschwindigkeitsanzeigen abbrechen müssen. Anscheinend sei einer der Tempomesser der Boeing nicht in Ordnung gewesen.

Die Fluggesellschaft AirBerlin kündigte an, Versäumnisse des Flughafenbetreibers zu prüfen. "Es ist die Frage, ob der Ausrollweg vollständig enteist wurde", sagte Daedelow. Nach Angaben des Airports war die Strecke ordnungsgemäß geprüft worden: "Wenn die Bahn nicht frei gewesen wäre, hätte es keine Startfreigabe gegeben", sagte ein Sprecher. Der Flugbetrieb sollte gestern Abend wieder aufgenommen werden.

"Wir erwarten echtes Winterwetter", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. Für diese Woche kündigte er "strenge Winterkälte" an. Neuer Schnee falle zwar kaum noch. Doch bei Temperaturen um minus drei Grad bleibt es kalt.

Die A2 bei Bielefeld musste gestern für eine Stunde gesperrt werden, weil mit Sommerreifen ausgerüstete Autos den Verkehr behinderten. Es gibt zwar keine generelle Winterreifenpflicht. Wer aber ohne Winter- oder Ganzjahresreifen bei Eis oder Schnee erwischt wird, muss 20 Euro Bußgeld zahlen. Kommt es zur Behinderung (wie in dem genannten Fall) sind 40Euro und ein Punkt in der Flensburger Verkehrssünderdatei fällig. Bei Unfällen droht ein zumindest teilweiser Verlust des Versicherungsschutzes.

Probleme verursachte das Winterwetter auch am Düsseldorfer Airport. In den Morgenstunden kam es zu erheblichen Behinderungen. Da Maschinen enteist werden mussten, hatten etwa 20 Flüge Verspätungen von bis zu zwei Stunden. Außerdem landeten vier Maschinen außerplanmäßig in Düsseldorf, weil der Frankfurter Flughafen gesperrt war. Bis mittags lief der Betrieb am Flughafen wieder normal.

Eingeschneite Weichen sorgten im Münsterland, in der Eifel und im Ruhrgebiet für Verspätungen im Nahverkehr. Reisende auf NRW-Straßen waren vor allem in der Nacht von heftigen Schneefällen überrascht worden. Landesweit kam es zu mindestens 350 Verkehrsunfällen. Vier Menschen wurden schwer verletzt.

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