Anwohner und Einsatzkräfte stehen nach dem Tod der Zwillinge (drei Monate alt) und ihrer Schwester (2) unter Schock.

Frechen. Eine Familientragödie schockt eine ganze Stadt: Bei einem Wohnungsbrand sind in Frechen (Rhein-Erft-Kreis) drei kleine Mädchen ums Leben gekommen. Eine 39-jährige Frau (jedoch nicht die Mutter der Kinder) schwebte am Sonntag noch in Lebensgefahr. Der Tod des erst drei Monate alten Zwillingspaares und ihrer zweieinhalbjährigen Schwester gibt der Polizei Rätsel auf. "Die Ursache des Feuers ist unklar", teilte die Polizei in Bergheim mit. Hinweise auf Brandstiftung gab es zunächst nicht.

Das Feuer war kurz am Samstag kurz nach Mittag im dritten Stock eines Mehrfamilien- und Geschäftshauses in der Frechener Innenstadt ausgebrochen. Die alarmierten Einsatzkräfte der Feuerwehr konnten in einer dramatischen Rettungsaktion die drei Mädchen zunächst aus der brennenden Wohnung retten und wiederbeleben. Später starben die Kinder aber in einer Klinik.

Die Eltern der Mädchen wurden von der Feuerwehr gerettet

Insgesamt wurden bei dem Brand zwölf Menschen durch die Feuerwehr über das Treppenhaus und eine Teleskop-Rettungsbühne aus dem Gebäude in Sicherheit gebracht. Darunter waren laut Polizei auch die Eltern der Mädchen. Wo diese sich aufhielten, als das Feuer ausbrach, und ob überhaupt jemand bei den Kindern war, ist noch unklar.

Zudem erschwere die ausländische Herkunft die Ermittlungsarbeiten, sagte ein Sprecher der Polizei. So konnten die Identitäten der Opfer zunächst noch nicht einwandfrei geklärt werden. Es soll sich dabei um Asiaten handeln. Mindestens fünf weitere Personen wurden zudem bei dem Feuer verletzt.

Polizist musste künstlich mit Sauerstoff versorgt werden

Außerdem zog sich ein 39-jähriger Polizist Rauchverletzungen bei der Rettung der Bewohner zu. Er musste künstlich mit Sauerstoff versorgt werden. Sein Zustand habe sich im Laufe des Wochenendes jedoch deutlich verbessert, hieß es am Sonntag. Der Beamte war als erster am Einsatzort.

Die geschockten Anwohner sind von Seelsorgern direkt an der Einsatzstelle betreut worden. Um Polizisten und Feuerwehrleute kümmerte sich ein PSU-Team (psychosoziale Unterstützung von Einsatzkräften).
Die speziell geschulten Kräfte leisten im Gespräch psychosoziale Hilfe.

Unter Einsatz seines Lebens war er in das brennende Haus gestürmt, hatte sich dabei die Jacke vom Leib gerissen. Eine Zeugin berichtete später, dass der 39-Jährige zwei Menschen gerettet hätte. "Ein Kind trug er unter dem Arm", sagte die Frau.

Viele der Einsatzkräfte, Betroffenen und Passanten standen angesichts der dramatischen Szenen während des Feuers unter Schock. Wie die Feuerwehr mitteilte, brachten Krankenwagen und sogar ein Rettungshubschrauber die Verletzten in Krankenhäuser. Bei vielen bestand der Verdacht auf Rauchvergiftung.

Teile des Hauses sind nicht mehr bewohnbar

Die Rettungskräfte wurden am Samstag um 12.13 Uhr alarmiert. Nach Angaben der Feuerwehr, die mit zwei Löschzügen vor Ort war, musste der gesamte Gebäudekomplex geräumt werden. Nach den Löscharbeiten, die knapp drei Stunden dauerten, seien Teile des Hauses nicht mehr bewohnbar. Unklar war zunächst auch, ob das Feuer auf andere Wohnungen übergegriffen hatte. Die Staatsanwaltschaft Köln nahm die Ermittlungen auf und schaltete Sachverständige ein.

Giftige Gase in der ausgebrannten Wohnung behinderten noch gestern die Arbeit der Brandermittler. Ein Zusammenhang des Feuers mit einem China-Restaurant im Erdgeschoss des Hauses bestehe allerdings nicht. Der Brand sei eindeutig in der Wohnung ausgebrochen, in der sich die kleinen Mädchen befanden.

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