Explosion
Bei Baggerarbeiten in einem Industriegebiet von Euskirchen bei Bonn kam es zu einer Explosion. Ein Mensch wurde getötet. Foto: Wolfgang Andres

Bei Baggerarbeiten in einem Industriegebiet von Euskirchen bei Bonn kam es zu einer Explosion. Ein Mensch wurde getötet. Foto: Wolfgang Andres

dpa

Bei Baggerarbeiten in einem Industriegebiet von Euskirchen bei Bonn kam es zu einer Explosion. Ein Mensch wurde getötet. Foto: Wolfgang Andres

Düsseldorf/Euskirchen (dpa). Experten haben den Sprengkörper, der am Freitag in einem Gewerbegebiet in Euskirchen explodiert war, als britische Luftmine aus dem Zweiten Weltkrieg identifiziert. In der Fachsprache wird sie Sprengbombe genannt. Das gab die Bezirksregierung am Montag bekannt. Ein 50 Jahre alter Baggerfahrer war bei der Explosion getötet worden, 13 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Von den beiden 23 und 46 Jahre alten Schwerverletzten konnte nach Polizeiangaben bis Montagnachmittag einer das Krankenhaus verlassen.

Die Bombe hat die Bezeichung H.C. 4000 LB. Mk IV. Sie ist etwa 2,80 Meter lang, hat einen Durchmesser von rund 0,76 Meter, ein Gewicht von bis zu 1,8 Tonnen und ist durchschnittlich mit 1,3 Tonnen Sprengstoff verschiedener Art gefüllt. Damit war sie so schwer wie die Luftmine, die im November zu einer der größten Evakuierungsaktion seit dem Kriegsende in Dortmund führte. Damals wurden 20000 Menschen in Sicherheit gebracht.

Dadurch wird laut Experten eine sehr hohe Druckwelle freigesetzt. Die zylindrische Form ähnelt der eines Warmwasserspeichers. Deshalb ist die Luftmine nicht direkt als Sprengkörper zu erkennen. Ob und in welchem Maße Beton an der Sprengbombe hing, konnte nicht abschließend geklärt werden. Als Umschlagplatz für die Deutschen Truppen am Westwall sei Euskirchen im Zweiten Weltkrieg häufig bombardiert worden, sagte Bürgermeister Uwe Friedl (CDU). Pro Jahr gebe es bis zu vier Bombenfunde in der Stadt.

Die Sprengstoffexperten gehen davon aus, dass die Druckwelle der Bombe durch einen Erdwall und durch nahe gelegene Lagerhallen rund um das Recyclinggelände für Bauschutt abgeschwächt wurde. Dadurch sei der Schaden in den Wohngebieten begrenzt wordenDie Stadt Euskirchen geht dennoch von Schäden an mehr als 200 Gebäuden aus - an Gymnasium, Rathaus und am neuen Betriebshof. Red

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