Walfänger rammen das Schnellboot von Tierschützern.

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Kurz vor der Kollision attackieren Aktivisten vom Schnellboot „Ady Gil“ aus die Walfänger mit einem grünen Laserstrahl.

Kurz vor der Kollision attackieren Aktivisten vom Schnellboot „Ady Gil“ aus die Walfänger mit einem grünen Laserstrahl.

Reuters

Kurz vor der Kollision attackieren Aktivisten vom Schnellboot „Ady Gil“ aus die Walfänger mit einem grünen Laserstrahl.

Antarktis. Japanische Walfänger haben am Mittwoch im eisigen Wasser der Antarktis ein Schiff der Tierschutzorganisation Sea Shepherd gerammt, wodurch die "Ady Gil" in zwei Teile brach.

Nach Angaben von Sea Shepherd ist ein 2,4 Meter langes Bug-Stück abgerissen, sodass Wasser eindrang. Das Schnellboot der Aktivisten - ein windschnittiger Trimaran, drohte rund 2500 Kilometer südlich der australischen Insel Tasmanien zu sinken.

Die sechs Besatzungsmitglieder - vier Neuseeländer, ein Australier und ein Niederländer - konnten jedoch von der "Bob Barker", einem weiteren Schiff von Sea Shepherd, gerettet werden.

Zuvor hatte die Crew der "Ady Gil" nach eigenen Angaben das Walfangschiff mit Stinkbomben beworfen, um die Jagd auf die Meeressäuger zu behindern. Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld an dem Zusammenstoß.

Die Chancen auf eine Bergung der "Ady Gil" stehen schlecht

Sea Shepherd-Sprecher Paul Watson warf den Walfängern vor, den Zusammenstoß bewusst provoziert zu haben. Das Schiff der Aktivisten habe sich nicht bewegt, als das japanische Begleitschiff "Shonan Maru 2" plötzlich "mit voller Absicht" vorpreschte. Die 24 Meter lange "Ady Gil" habe keine Chance gehabt auszuweichen.

Dem japanischen Walforschungsinstitut nach fuhr die "Ady Gil" dagegen absichtlich vor das Begleitschiff. Die Aktivisten hätten einen Laserstrahl auf die Besatzung des Walfängers gerichtet und zudem versucht, die Schiffsschrauben mit Seilen zu blockieren. Es warf der Organisation "kriminelles Verhalten" vor.

Die Chancen für eine Bergung des Hightech-Schiffes der Aktivisten stünden äußerst schlecht, teilte die Organisation mit. Paul Watson bezifferte den Schaden auf knapp zwei Millionen Dollar. Die jährlichen Aktionen gegen den Walfang seien nun zu einem "echten Wal-Krieg" geworden, erklärt Watson.

Die Flotte der Walfänger besteht aus sechs Schiffen rund um das Fabrikschiff "Nisshin Maru". Seit sechs Jahren sind die Tierschützer ihnen auf den Fersen. 2009 hatten Aktivisten der Organisation die Japaner 3200 Kilometer durch die Antarktis verfolgt. 680 Wale, weniger als geplant, wurden getötet. In diesem Jahr stehen 850 Zwerg- und 50 Finnwale auf ihrer Abschussliste.

Seit 1986 ist der kommerzielle Walfang verboten, die Japaner jagen dennoch weiter - offiziell zu Forschungszwecken. In Japan gilt das Fleisch von Walen aber auch als Delikatesse.

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