Hamburg (dpa). Mit riskanten Schmerzbehandlungen sollen zwei Hamburger Ärzte Patienten in Gefahr gebracht und Krankenkassen um mehr als 180 000 Euro betrogen haben. Die Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt ermitteln gegen die Brüder wegen des Verdachts der Körperverletzung und des gewerbsmäßigen Abrechnungsbetrugs, wie die Polizei mitteilte.

"Nach bisherigem Ermittlungsstand sind mindestens 1500 Patienten betroffen, von weiteren geschädigten Patienten und Krankenkassen ist auszugehen." Beamte durchsuchten am Mittwoch die Praxis der beiden Neurochirurgen und beschlagnahmten die EDV-Anlage, Patientenunterlagen und Aufklärungsbögen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit Januar gegen die 38 und 43 Jahre alten Mediziner, wie ein Behördensprecher mitteilte. ´

Eine Krankenkasse hatte zuvor Strafanzeige erstattet. Laut Gutachter sollen die Ärzte dreieinhalb Jahre lang bei Patienten, die vor allem Bandscheibenvorfälle hatten, Methoden zur Aufhebung der Schmerzempfindung angewandt haben, hieß es bei der Polizei - "in einer nicht nachvollziehbaren Häufigkeit, teilweise wöchentlich".

"Diese Behandlungsmethode kann der Vermeidung einer Operation an der Bandscheibe dienen und ist mit erheblichen Risiken bis hin zur Querschnittslähmung verbunden." Allein hier soll der Schaden bei mehr als 150 000 Euro liegen. Außerdem sollen die Ärzte ambulante Behandlungskosten für Patienten abgerechnet haben, die stationär im Krankenhaus aufgenommen worden waren.

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