Heraklion. Die Entführung eines 50-jährigen Unternehmers auf der Mittelmeerinsel Kreta hat am Mittwoch ein schlimmes Ende gefunden: Der Mann wurde verbrannt im Kofferraum seines Wagens in einer einsamen Gegend nahe der Hafenstadt Heraklion entdeckt.

Wie das griechische Fernsehen unter Berufung auf die Polizei weiter berichtete, war der Mann am vergangenen Montag von drei Unbekannten entführt worden. Er war einer der bekanntesten Unternehmer der Insel und betrieb eine Farben-Fabrik in Heraklion. Zunächst hieß es, der Entführte sei ein Bauunternehmer gewesen.

Nach Verhandlungen, bei denen zunächst 300 000 Euro Lösegeld verlangt wurden, hätten sich die Entführer mit der Familie der Geisel auf 155 000 Euro geeinigt, berichtete ein lokaler Radiosender. Obwohl am Dienstagabend die vereinbarte Summe gezahlt wurde, kam es zu diesem "schrecklichen Ende", hieß es seitens der Polizei.

Einwohner des Vorortes Potamies sahen am frühen Mittwochmorgen einen Geländewagen, der auf einem Feld lichterloh brannte und riefen die Feuerwehr. Polizisten entdeckten die völlig verkohlte Leiche des Unternehmers und suchen jetzt auf ganz Kreta nach den Mördern.

Es ist die fünfte spektakuläre Entführung innerhalb eines Jahres in Griechenland. Im Januar war ein griechischer Reeder entführt und nach der Zahlung von 30 Millionen Euro Lösegeld freigelassen worden. Anfang Dezember war ein Herzchirurg verschleppt worden. Von ihm fehlt jede Spur.

Ende Oktober wurde ein Autohändler entführt und wenige Tage nach der Zahlung eines Lösegeldes in unbekannter Höhe wieder freigelassen. Im Juni 2008 hatten vier Männer den Präsidenten der Industriekammer der Hafenstadt Thessaloniki, Giorgos Mylonas, entführt. Seine Familie zahlte Lösegeld in zweistelliger Millionenhöhe. Die griechische Polizei konnte die Kidnapper des Industriellen im September festnehmen.

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