Mit einer Stahlkette hat ein Paar im niedersächsischen Hildesheim einen 13-Jährigen in seinem Kinderzimmer festgekettet. Jetzt stehen die Frau (41) und ihr Partner (48) vor Gericht. Es offenbaren sich familiäre Abgründe.

Symbolkette.
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CC-BY

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Hildesheim. Wegen Erziehungsproblemen hat ein Paar in Niedersachsen einen 13-Jährigen im Kinderzimmer angekettet. Die mehr als fünf Meter lange Stahlkette sei mit einer Schraube im Fußboden und mit einem Schloss am Fuß des Jungen befestigt gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft Hildesheim am Montag mit. Der Junge habe zur Toilette gehen, die Wohnung aber nicht verlassen können. Das Paar aus dem Kreis Hildesheim war währenddessen bis zu zwei Stunden zum Einkaufen unterwegs.

Nach dreier solcher Vorfälle Ende 2012 hat die Staatsanwalt die 41 Jahre Mutter und ihren 48 Jahre alten Partner inzwischen wegen Misshandlung Schutzbefohlener und Freiheitsberaubung angeklagt. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest.

Das Anketten war ans Licht gekommen, als der Junge davon seinem leiblichen Vater erzählte, der von der Mutter getrennt lebt. Der 13-Jährige befindet sich seit den Vorfällen in stationärer psychiatrischer Behandlung. Dem Paar droht eine Haftstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Da keine Fluchtgefahr besteht, kamen beide nicht in Untersuchungshaft. Wie die „Hildesheimer Zeitung“ berichtete, waren beide bisher nicht bei Polizei und Justiz aufgefallen. dpa

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