Pizzataxi und Apothekenboten können helfen, wenn man nicht raus will.

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Wohl dem, der einen hat: Schneeschieber sind in den Baumärkten so gut wie ausverkauft. (Archiv

Wohl dem, der einen hat: Schneeschieber sind in den Baumärkten so gut wie ausverkauft. (Archiv

Jörg Knappe

Wohl dem, der einen hat: Schneeschieber sind in den Baumärkten so gut wie ausverkauft. (Archiv

Düsseldorf. Kaum haben sich die Menschen an die Wetterlage gewöhnt, drohen am Wochenende wieder kräftige Schneefälle. Meteorologen rechnen für Düsseldorf, den Niederrhein und vor allem das Bergische Land mit heftigen Schneeverwehungen, Sturmböen und chaotischen Straßenverhältnissen.

Wer dennoch Haus oder Wohnung verlassen muss, für den gibt es hier Tipps, wo es Hilfe gibt und wie man sich bei Schnee und Eis verhält.

Ich bin krank und brauche dringend Medikamente

Die meisten Apotheken bieten einen Botendienst per Auto- oder Fahrradkurier an. Der werde auch bei kalten Temperaturen aufrecht erhalten, sofern die Lieferanten von Medikamenten selbst durch den Schnee fahren können, sagt ein Sprecher der Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände (ABDA).

Wenn am Samstagmittag die Apotheken schließen und der Notdienst einsetzt, kann die nächste dienstbereite Apotheke unter der Rufnummer 0800 00 22 8 33 gefunden werden.

Ich habe einen Notfall und bin auf mein Auto angewiesen

Winterreifen, Türschloss-Enteiser und Eiskratzer sind Pflicht. Das Autodach sollte von Schnee befreit sein, damit herunterfallender Schnee während der Fahrt nicht die Sicht behindert.

Generell gilt: Doppelt so viel Abstand halten wie an normalen Tagen - also mindestens sechs Fahrzeuglängen. Auf glattem Untergrund immer im zweiten Gang anfahren und die Scheinwerfer auch am Tag einschalten.

Darüber hinaus sollten Autofahrer warme Kleidung, Essen und warme Getränke bei sich haben. So lässt sich - sollte das Auto im Schnee stecken bleiben - die Zeit bis zu einer möglichen Bergung leichter überbrücken.

Mit Schnee bedeckte Verkehrsschilder müssen weiter beachtet werden, das gleiche gilt bei Parkmarkierungen. Bei Panne oder Unfall zum Beispiel den ADAC anrufen unter Ruf0180222 22 22.

Ich muss einkaufen, aber es ist mir zu gefährlich, das Haus zu verlassen

Es gibt Supermärkte, die einen Lieferservice anbieten. Darüber hinaus sind Pizza- und Imbiss-Lieferanten meist gut vorbereitet und schaffen es auch bis in die verschneiten Höhen.

Ich möchte auf das Fahrradfahren nicht verzichten

Wer sich auch bei widrigen Wetterbedingungen auf den Sattel schwingt, für den hat der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Tipps, wie er trotz Eis sicher unterwegs sein kann: Um auf dem Rad nicht zu frieren, aber auch nicht ins Schwitzen zu geraten, ist das Zwiebel-Prinzip geeignet: Auf atmungsaktive Funktionsunterwäsche folgt eine wärmende Schicht.

Darüber folgt eine wind- und wasserabweisende Jacke. Handschuhe sollten so gewählt sein, dass sie beim Bremsen nicht einschränken. Eine Mütze schützt den Kopf vor Fahrtwind.

Ich bin auf Bus, Flugzeug und Bahn angewiesen

Die Deutsche Bahn habe sich technisch sowie personell auf die Wetterlage am Wochenende vorbereitet, sagt Bahnsprecher Gerd Felser. Der Schnee allein sei kein Problem. Wenn durch den Sturm Bäume umkippen und die Bahngleise blockieren, könne es allerdings zu Störungen kommen.

"Kleinere Verspätungen sind im Winter generell nicht ausgeschlossen", sagt Felser (Informationen unter www.bahn.de). Ob die Busse fahren, hängt davon ab, wie Schnee geräumt wird. Die Streusalznot der Kommunen verschärft die Lage: Einigen Städten ist bereits das Salz ausgegangen. Man sollte vorbereitet sein, dass es vor allem bei Buslinien, die Steigungen und selten befahrene Strecken passieren, zu Verspätungen und Ausfällen kommt.

Bei Flughäfen gilt generell: Rechtzeitig da sein, mindestens drei Stunden vor Abflugzeit. Vorher sollte man auf der Internetseite des jeweiligen Flughafens erste Informationen eingeholt haben, oder die Fluggesellschaft anrufen, ob der Flug gestrichen wird. Der Düsseldorfer Flughafen kann im Notfall bis zu 800 Feldbetten bereit stellen.

Ich reagiere bei Kälte extrem empfindlich

Etwa 45000 bis 75000 Menschen in Deutschland leiden an einer Kälteallergie. Sie reagieren auf tiefe Temperaturen mit dicken roten Quaddeln auf der Haut.

Betroffene sollten in den kommenden Tagen auf einen Aufenthalt an der frischen Luft verzichten. Bei dringenden Fällen kann eine Ski-Maske das Gesicht schützen, in der nur zwei Löcher für die Augen frei sind.

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