Jahrhunderte altes Boot in Kaiserswerth entdeckt.

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Der größte Teil des Bootes steckt noch im Untergrund.

Der größte Teil des Bootes steckt noch im Untergrund.

Michaelis

Der größte Teil des Bootes steckt noch im Untergrund.

Düsseldorf. Zum Glücksfall für die Bodendenkmalpfleger erweisen sich Bauarbeiten in Kaiserswerth, dem ältesten Vorort von Düsseldorf. Als dort wegen Deichabtragungsarbeiten das Erdreich entfernt wurde, stießen die Bagger auf ein tief im Schlamm steckendes Boot, das nur mit der Spitze aus dem Wasser schaut.

"Einzigartig für Deutschland" nennt die Bodendenkmalpflegerin Ute Becker das dunkle, fast schon schwarze Holz, das sie gerade birgt. "Schwere Eiche" fügt sie hinzu. Und der stellvertretende Leiter des Rheinischen Amts für Bodendenkmalpflege in Bonn, Helmut Luley, erklärt: "Wir datieren den Fund auf die Zeit zwischen 17. und 18. Jahrhundert. Das Boot ist in einem guten Zustand. Über seine Form, sein Aussehen und eventuell über seine Schätze im Innern wissen wir jedoch noch nichts."

So viel steht fest: Das alte Stück überdauerte in einer dicken, fetten Schlammschicht die Zeiten. Es lag nicht im Rhein, denn dann wäre es abgetrieben und wie all die Vorgängerschiffe zerschellt, sondern im alten Bett des Kittelbachs, im Mündungsbereich des Altrheins. Es wurde außerdem durch die Trümmer der alten Festungsmauer der alten Festung Kaiserswerth geschützt.

Noch steckt der größere Rest in einem Winkel von 30 Grad im Erdreich und im Wasser. Die Bodendenkmalpfleger wissen daher noch nichts von Aufbauten, Rudern oder einem Mastschuh, in dem der Mast gehalten wird. Helmut Luley hofft: "Möglicherweise ist sogar die Bootsladung, sind Steine, Holz oder sogar Fässer mit Düsseldorfer Altbier im Innern verborgen."

Freigelegter Rumpf wird scheibchenweise zerschnitten

Mit viel technischem Aufwand sicherten Deichbau-Ingenieure das Schiff und legten mit sechs großen Pumpen den Bootsbereich trocken. Derzeit legt Ute Becker, Chefin der Firma "Archaeologie.de", den Rumpf frei, lässt ihn scheibchenweise von einem Restaurator zerschneiden, dokumentiert ihn und birgt die Teile.

Das erste Holz liegt schon in einem mit klarem Wasser gefüllten Container und wird gegen die Sonne durch diverse Kunststoffplanen geschützt. Damit sich keine Algen bilden, muss das Wasser regelmäßig erneuert werden.

Bis Mitte September muss das gesamte Boot geborgen sein, denn danach wird der Deich schnellstens vor dem nächsten Hochwasser geschlossen. Die Zukunft des historischen Bootes ist gesichert. Nach der Sanierung, Konservierung und dem Zusammenbau kommt es gleich neben dem Fundort in ein altes Pumpwerk-Haus und wird zur Schau gestellt.

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