Wo am Freitag gar kein Schnee liegenblieb, gab es lange Gesichter: «Papa, Du hast Schnee versprochen.» Doch bereits für das Wochenende sind neue Schneefälle vorhergesagt.

Eiszapfen hängen in Winterberg von einem Dach unter einem eingeschneiten Fenster.
Eiszapfen hängen in Winterberg von einem Dach unter einem eingeschneiten Fenster.

Eiszapfen hängen in Winterberg von einem Dach unter einem eingeschneiten Fenster.

Caroline Seidel

Eiszapfen hängen in Winterberg von einem Dach unter einem eingeschneiten Fenster.

Düsseldorf. Nach dem relativ zahmen Sturmtief «Egon» mit weißen Winterlandschaften in den Mittelgebirgen werden weitere Schneefälle in Nordrhein-Westfalen erwartet. Unbeständig winterliches Wetter wird nach einer Prognose des Deutschen Wetterdienstes auch das Wochenende bestimmen.

Warnungen vor starkem Schneefall und Schneeverwehungen in bestimmten Eifel- und Sauerlandregionen blieben vorerst bis Samstagnachmittag bestehen. Bis Samstagabend rechnen die Experten mit weiteren 10 bis 15 Zentimetern Neuschnee. Polare Kaltluft sorgt dabei in den kommenden Tagen für fallende Temperaturen. Am Montag können die Werte im Bergland sogar auf bis zu minus 12 Grad sinken. Im Rheinland soll es tagsüber höchstens 2 Grad «warm» werden.

Am Freitag hatte die von «Egon» bescherte Schneeglätte in NRW für zahlreiche Unfälle und Verkehrsbehinderungen gesorgt - das befürchtete Chaos blieb jedoch aus. Sturmtief «Egon» hatte es vor allem in den Hochlagen von Eifel und Sauerland kräftig schneien lassen. Während weite Teile von Rheinland und Ruhrgebiet fast schneefrei blieben, bekam auch das Münsterland ordentlich Schnee ab.

Der Landesleitstelle Verkehr in Duisburg wurden bis zum Nachmittag 310 witterungsbedingte Verkehrsunfälle im ganzen Land bekannt. Dabei wurden sieben Menschen schwer verletzt, weitere 27 kamen mit leichten Verletzungen davon, sagte eine Sprecherin. Im Kreis Soest rutschte ein Schulbus in einen Graben. Die 40 Kinder blieben unverletzt.

Die erwartete landesweite Beschneiung durch «Egon» blieb aus. In der Folge gab es mancherorts auch lange Gesichter: «Papa, du hast Schnee versprochen», hörte am Morgen ein Familienvater im nahezu schneefrei gebliebenen Düsseldorf. In Essen wurden aufwendig geplante Zu-Fuß-Gemeinschaftswege zur Schule wieder verworfen, nachdem der Bus so fuhr wie immer. In den Wintersportgebieten wiederum kam der Schnee gut an. In der Eifel soll erstmals in der Saison am Wochenende ein Skilift laufen. Im Sauerland werden rund 100 Lifte in Betrieb sein.

Größere Behinderungen gab es bis weit in den Vormittag hinein etwa auf der A4 bei Engelskirchen in Richtung Olpe. Mehrere Lastwagen mit Sommerreifen hatten sich an Steigungsstrecken festgefahren. Auch auf der A45 bereitete der Schnee den Lastwagenfahrern erhebliche Probleme. Zeitweise empfahl die Polizei den Fahrern, den nächstgelegenen Parkplatz anzusteuern.

Im Münsterland musste die A30 bei Rheine in Richtung Niederlande gesperrt werden, weil sich auf verschneiter Straße ein Lastwagen quergestellt hatte. Bei der Bahn kam es auf Strecken in der Eifel und im Münsterland wegen Schneeverwehungen zu Verspätung und Ausfällen. An den Flughäfen in Düsseldorf und Köln/Bonn gab es keine Probleme.

Auf dem Kahlen Asten lagen am Freitagmorgen nach 17 Zentimetern Neuschnee etwa 36 Zentimeter. Eine Meteorologin berichtete von einzelnen orkanartigen Böen mit mehr als 100 Stundenkilometern. Der meiste Schnee fiel in der Eifel. So wurden etwa in Hellenthal bis zum Freitagvormittag 25 Zentimeter Neuschnee gemessen. Auch in den tieferen Eifel-Lagen gab es um die 15 Zentimeter Neuschnee.

Der Ruhrverband warnte davor, Eisflächen auf Stauseen und an Talsperren zu betreten. Wegen der schwankenden Wasserspiegel seien die Eisschichten dünner und könnten leicht brechen. Es bestehe Lebensgefahr. dpa

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