Nach Ebola-Ausbruch wächst Kritik.

Madrid. In Spanien kann man sehen, wie man die globale Ebola-Epidemie mit Sicherheit nicht unter Kontrolle bekommt: Improvisation, Pannen und fehlende Vorbereitung auf den Ernstfall haben dort dafür gesorgt, dass der erste Ebola-Ausbruch in Europa die Regierung in eine tiefe Vertrauenskrise stürzte. Und die spanische Bevölkerung in Madrid, wo die Ansteckung auftrat, und sogar auf Mallorca, wo es mehrere falsche Verdachtsfälle gab, in Unruhe versetzte.

„In Afrika sind sie besser auf die Epidemie vorbereitet“, schimpft eine Krankenpflegerin, die vor dem Madrider Hospital Carlos III. ihrer Wut Luft macht. Der Ärger über mangelhaften Schutz in jenem Krankenhaus, in dem der Virus von einem infizierten und inzwischen verstorbenen Missionar auf eine Pflegerin übersprang, ist groß. Inzwischen weiß man, dass die EU-Sicherheitsvorschriften für den Umgang mit hochansteckenden Viren nicht eingehalten wurden.

Die wachsende Alarmstimmung veranlasste Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy dazu, ein Zeichen zu setzen: Überraschend tauchte er Freitagnachmittag im Krankenhaus Carlos III. auf. Er hörte sich die Sorgen des Personals an. Und versprach vor laufenden Kameras, alles zu tun, um die Sicherheit der Bevölkerung zu garantieren sowie den Ebola-Virus in Spanien unter Kontrolle zu bekommen.

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