Das Einzugsgebiet würde sich mit den geplanten Standorten in Wuppertal, Remscheid und Solingen deutlich überschneiden.

Duisburg/Wuppertal. Die überwucherte Brache, auf der das Outlet entstehen könnte, erstreckt sich entlang der Autobahn A 59. Vor den maroden Hallen – manche sind schon so gut wie abgerissen – liegt Unrat, sogar eine Badewanne. Das nackte Stahlgerüst des früheren Daches ragt in den grauen Winterhimmel. Wie ein Mahnmal für die Katastrophe, die hier 2010 bei der Loveparade passierte. Mittlerweile hat sich das Areal als Treffpunkt für Jugendliche etabliert. Eine Duisburgerin sagt: „Aber es wäre schon schön, wenn hier mal wieder etwas entstehen würde . . .“

Falls die Duisburger Outlet-Pläne umgesetzt werden, bekommen die bereits bestehenden Center in Bad Münstereifel und Ochtrup in Zukunft noch mehr Konkurrenz. Im Bergischen Land sind zudem gleich drei Outlets geplant, in Wuppertal, Remscheid und Solingen. „Wir sehen in Nordrhein-Westfalen derzeit einen hektischen Wettlauf der Kommunen“, sagt Marco Atzberger, Geschäftsführer des Handelsforschungsinstituts EHI. Eine der wenigen Ausnahmen ist Krefeld (siehe Kasten), das sich für eine dezentrale Struktur der Geschäfte stark macht.

Rainer Gallus, Geschäftsführer des Handelsverbandes NRW, sieht die Entwicklung kritisch: „Es ist davon auszugehen, dass das Warensortiment des geplanten Duisburger FOC in unmittelbarer Konkurrenz zum innerstädtischen Angebot stehen wird.“ Es stehe daher zu befürchten, dass ein FOC Umsatz und Frequenz aus der Innenstadt abzieht. „Auch für die Planungen in den bergischen Städten stellt das Vorhaben eine Konkurrenz dar, da sich die Einzugsgebiete deutlich überschneiden würden“, so Gallus weiter.

In Wuppertal wurde am 22. Dezember vergangenen Jahres der Clees-Gruppe die Baugenehmigung für den ersten Bauabschnitt des Factory Outlet Centers (FOC) am Döppersberg in der früheren Bahndirektion erteilt. Der Investor rechnet mit einem Baubeginn im ersten Quartal 2017 und will bis zu 65 Läden im Frühjahr 2018 eröffnen. Das ist aber nur der erste Bauabschnitt, das FOC soll in drei Abschnitten realisiert werden und am Ende über 30 000 Quadratmeter Verkaufsfläche haben.

In Remscheid soll das Designer Outlet Center (DOC) im Stadtteil Lennep entstehen. Ende 2019 ist die Eröffnung mit 125 Shops geplant, Investor McArthurGlen will rund 165 Millionen Euro in das DOC stecken. Der Rat der Stadt Remscheid hatte am 13. Dezember Baurecht für das Projekt mit 20 000 Quadratmetern Verkaufsfläche geschaffen, auch der Bauantrag ist bereits eingereicht worden. Die Stadt Wuppertal hat Klage gegen dieses DOC-Projekt eingereicht. Sie sei nicht ausreichend angehört worden, so die Begründung aus der bergischen Metropole.

Vor sechs Jahren hat der Rat der Stadt Krefeld sich gegen den Bau eines weiteren großen Einzelhandelszentrums in der Innenstadt und für „die Stärkung einer dezentralen Einzelhandelsstruktur“ ausgesprochen. Die gesamte Innenstadt soll Besucher von nah und fern zum Einkaufen und Verweilen einladen.

Laut Einzelhandel, Stadt und Haus & Grund hat sich Krefeld als Einkaufsstadt seither positiv entwickelt. Das ehemalige Horten-Haus ist saniert und wiederbelebt, zentrale Plätze sind modernisiert, vielfältige neue Bauprojekte sind derzeit in der Umsetzung. Aktuell setzen sich Verwaltung und Politik für eine Weiterschreibung des Einzelhandelskonzeptes ein.

Einen Rückschlag im Outlet-Rennen hat Solingen erlitten. Die Clemens-Galerien sind Anfang Januar an einen neuen Investor verkauft worden. Wie die Investorengruppe aus St. Gallen mit dem Einkaufszentrum in der Innenstadt umgehen und welches Konzept sie verfolgen will, wird frühestens in diesem Monat beantwortet. In den Galerien sollte bereits Ende 2016 ein Outlet eröffnen. Im Herbst 2015 waren Pläne vorgestellt worden, im Frühjahr 2016 wurde die Baugenehmigung erteilt. Seither ist allerdings nicht viel passiert.

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