Casting-Show: Mehrzad Marashi ist der neue „Superstar“. Und das, obwohl Rivale Menowin Fröhlich in allen Shows zuvor Erster war.

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Bittere Tränen beim Verlierer Menowin Fröhlich (l.). Sieger Mehrzad Marashi nimmt seinen Rivalen tröstend in die Arme.

Bittere Tränen beim Verlierer Menowin Fröhlich (l.). Sieger Mehrzad Marashi nimmt seinen Rivalen tröstend in die Arme.

dpa

Bittere Tränen beim Verlierer Menowin Fröhlich (l.). Sieger Mehrzad Marashi nimmt seinen Rivalen tröstend in die Arme.

Köln. Das wichtigste zuerst, heißt es ja immer. Nun gut: Mehrzad Marashi ist der Sieger von "Deutschland sucht den Superstar". Am Samstagabend wählten 56,4 Prozent der Anrufer den gebürtigen Iraner zum Gewinner. Aber ob das auch wirklich das wichtigste an dieser Show ist, muss der Zuschauer wohl selbst entscheiden. Denn die siebte Staffel des Casting-Dauerbrenners beeindruckte mehr mit Skandalen als mit großer Musik.

Mit Spannung erwartet - und doch gähnend langweilig

Es war das mit Spannung erwartete Finale zwischen dem Saubermann und dem Ex-Knacki. Auf der einen Seite Mehrzad Marashi (29), der einfühlsame Schmusesänger, der mit Fleiß und Disziplin seine letzte Chance ergriff. Auf der anderen Seite sein Erzrivale Menowin Fröhlich (22): ebenso talentiert, aber vorbestraft, drei Kinder mit der Cousine und gerne mal zu spät bei Presseterminen. Pünktlich zum Finale berichteten Medien noch, dass gegen Menowin wegen Kokain-Besitz ermittelt wird. Teilnehmer Helmut Orosz war wegen Drogenkonsums aus der Sendung geworfen worden. Bei Menowin gilt die "Unschuldsvermutung", sagte eine RTL-Sprecherin.

Dieter Bohlen, der sonst kein Blatt vor den Mund nimmt, wird sich in der Show sicher dazu äußern, dachte der naive Zuschauer. Nix da. Im Kölner Coloneum herrschte heile Welt. Die Jury mit Sylvie van der Vaart als Ersatz für Nina Eichinger, die wegen der Vulkan-Asche nicht aus den USA anreisen konnte, überschlug sich mit Lob für die Finalisten: "Weltklasse." "Kann man nicht besser machen." "Super toll gesungen." 9,32 Millionen Zuschauer - das beste Ergebnis seit vielen Staffeln - wurden Zeuge eines gähnend langweiligen Abends, dessen Kitsch-Höhepunkt gleich zu Beginn erreicht war, als Menowin im silber-weißen Anzug "That’s what friends are for" mit tanzenden Grundschulkindern präsentierte.

Trotzdem: Menowin rockte. All die Disziplin, die er in den vergangenen Wochen vermissen ließ, steckte er in seine letzten drei Auftritte. Einhellige Meinung der Jury vor Bekanntgabe des Siegers: Menowin macht das Rennen.

Aber Juror Volker Neumüller warnte: "Das ist DSDS. Hier kann alles passieren." RTL veröffentlichte am Sonntag die Voting-Ergebnisse aller Mottoshows. Die Liste zeigt, dass Menowin in jeder Folge auf Platz eins landete - deutlich vor seinem Konkurrenten Mehrzad. Warum ihm seine Fans ausgerechnet im Finale nicht die Treue hielten? Ein Schelm, der böses dabei denkt...

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